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Stolpersteine Konstanz

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Otto Emil WELTIN,  1903 - 1944

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Mainaustr. 164
heute (2021)

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Stolperstein für Otto Emil WELTIN
verlegt 21.10.2021

 

Diese Kurzbiografie wird demnächst durch
die vollständige Biografie ersetzt

 

Otto Emil Weltin wurde am 10.03.1903 als zweites von drei Kindern geboren. Als Kind war er sehr nervös und ängstlich, jedoch sehr musikalisch. Er war deshalb nicht für die Nachfolge des väterlichen Metzgereibetriebes geeignet. Otto Emil Weltin besuchte die Oberrealschule in Konstanz und wechselte mit 16 Jahren auf das Lehrerseminar nach Meersburg und schloss seine theoretische Ausbildung mit 19 Jahren ab. Im Kloster Beuron wurde er im Orgelspiel unterrichtet und auf Empfehlung des Abtes wurde er seines Dienstes enthoben, um sich auf die Musiklehrerprüfung vorzubereiten. Am 01.10.1926 ging er zur Ausbildung als Musiklehrer auf das Konservatorium nach Karlsruhe. Dort fiel er durch sein Verhalten immer mehr auf, so dass ihn seine Mutter im Juni 1927 nach Konstanz zurückholte. In der Heil- und Pflegeanstalt Reichenau wurde die Diagnose Schizophrenie gestellt und er wurde mit einer äußerst fragwürdigen Fiebertherapie behandelt und in die Heilanstalt Rottenmünster verlegt. In den Jahren 1934-36 lebte er wieder zu Hause bei seinen Eltern. Von zwei Ärzten aus Konstanz und Rottenmünster wurde der Antrag zur „Unfruchtbarmachung“ gestellt. Otto Emil Weltin verweigerte die Operation und seine Eltern versuchten alles um diesen Eingriff zu verhindern. Jedoch bestand Amtsarzt Dr. Rechberg mittels Polizeigewalt auf diesem Eingriff, der am 31.08.1934 im Konstanzer Krankenhaus durchgeführt wurde.

Da sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechterte, wurde er ab dem 14.11.1936 erneut in der Heil- und Pflegeanstalt Reichenau und ab Februar 1941 in der Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen untergebracht.

Ziel der Verlegung nach Emmendingen war es, Otto Emil Weltin möglichst weit entfernt vom Wohnort unterzubringen, um Besuche zu unterbinden. Durch extrem kärgliche Kost ließ man die Patienten gezielt Verhungern. Auf diese Weise wurde auch Otto Emil Weltin ermordet.

Im Krankenblatt ist am 03.06.1944 als letzter Eintrag nur noch vermerkt „Exitus 18.40 Uhr“.

 


 

 

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