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Stolpersteine Konstanz

Navigation: Steine nach Strassen

Wilhelm SCHROFF, 1883 - 1959

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1883: geb. am 11. MĂ€rz in Konstanz

im Widerstand (SPD)

1944: 22. Aug. Verhaftung, "Aktion Gitter"

KZ Natzweiler-Struthof

KZ Dachau

KZ Mauthausen

1944:  27. Okt., Entlassung

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Amalienstr. 4 heute
(2015)

 

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Stolperstein fĂŒr Wilhelm SCHROFF
verlegt am 13.09.2015

 

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Wilhelm SCHROFF
Bild im Reisepass vom September 1934

Bildquelle: Privatarchiv S. Wojtek

 

 

Wilhelm Schroff wurde am 11. MĂ€rz 1883 in Konstanz-Allmannsdorf geboren. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete Schroff bei der Reichsbahn als Bahnarbeiter und Wagenreiniger. Verheiratet war Schroff mit Elise, geb. Schiess. Das Ehepaar hatte vier Kinder. Nach dem Ersten Weltkrieg trat Schroff in die SPD ein, wenig spĂ€ter wurde er Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, einer 1924 gegrĂŒn­deten ĂŒberparteilichen, in der Praxis aber von Sozialdemokraten dominierten Organisation zum Schutz der Weimarer Republik.

 

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Wilhelm SCHROFF mit Frau Elise
im Garten (um 1930)

Bildquelle: Privatarchiv S. Wojtek

 

Von 1922 bis 1930 war Wilhelm Schroff  fĂŒr die SPD im Konstanzer BĂŒrgerausschuss. Bis 1944 blieb Schroff unbehelligt von den Nazis. Am 22. August 1944 jedoch wurde er von der Gestapo verhaftet und ohne Gerichts-verhandlung einen Tag spĂ€ter in das im Elsass eingeliefert.

 

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Das KZ Natzweiler-Struthof im Elsass in der Zeit von

1941-1944

(Quelle: http://img.welt.de/img/zweiter-weltkrieg)

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Wohnhaus Wilhelm SCHROFF
Amalienstr. 4, um 1920

Bildquelle: Privatarchiv S. Wojtek

 

Das KZ errichteten die Nazis im April 1941. Das Hauptlager ist das einzige Konzentrationslager auf französischem Boden. Seine Nebenlager auf beiden Seiten des Rheins bestanden aus fast 70 Lagern verschiedener GrĂ¶ĂŸen, in denen ca. 52.000 Depor­tierte inhaftiert waren. Im Lager, das als Arbeitslager fĂŒr die NS-Kriegsindustrie diente, wurden an Gefangenen auch medizinische Experi­mente der ReichsuniversitĂ€t Straßburg durchgefĂŒhrt.

In seinen HĂ€ftlingspapieren wurde Schroff als politi­scher HĂ€ftling („Schutzhaft“) gefĂŒhrt. Seine Verhaf­tung erfolgte im Rahmen der „Aktion Gitter“. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 wurden Tausende ehemalige FunktionĂ€re von Parteien, Gewerkschaften und politischer Gremien im Reich verhaftet, darunter auch Wilhelm Schroff in Konstanz. In Natzweiler-Struthof hatte er die HĂ€ftlingsnummer 23334. Von Natzweiler wurde er am 6. September 1944 in das ĂŒberstellt, wo er die HĂ€ftlingsnummer 102120 hatte. Eine Woche spĂ€ter wurde er in das bei Linz in Oberösterreich ĂŒberstellt. In Mauthausen trug Schroff die HĂ€ftlingsnummer 99200.

 

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Wilhelm SCHROFF, Entlassungsschein aus dem KZ Mauthausen
27.10.1944

Quelle: Holocaust Memorial Museum, Washington

 

Am 27. Oktober 1944 wurde Schroff wieder freigelas­sen und kehrte nach Konstanz zurĂŒck.

Wilhelm Schroff war 67 Tage in Haft.

Am 22. MĂ€rz 1959 starb Wilhelm Schroff in Konstanz.
 

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Wilhelm SCHROFF, Todesanzeige
"SĂŒdkurier", 22.03.1959

 

AusfĂŒhrlicherer Bericht --> HIER

 

Recherche: Uwe BrĂŒgmann

Patenschaft:  SPD Ortsverein Konstanz

Quellen:

Staatsarchiv Freiburg, Antrag auf HaftentschÀdigung, Signatur F 196/1, 2157

Informationen vom ITS Arolsen

Hans Seiffert, Vom „Gewitter“ erfasst. Die spĂ€te Verhaftung des Allmannsdorfer BĂŒrgers Wilhelm Schroff durch die Gestapo im Sommer 1944. In: s'BlĂ€ttle 54, Mitteilungsblatt der BĂŒrgervereinigung Allmannsdorf (BAS), 2016.