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Stolpersteine Konstanz

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Paul RADDATZ  1906 - 1994

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geb. 01.12.1906, Loosen

1940: verhaftet

Zuchthaus Ludwigsburg

1942: KZ Dachau

befreit / ĂŒberlebt

gest.: 26.10.1994

 
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Hussenstr. 29 heute
(November 2012)

Foto: W. Mikuteit

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Stolperstein fĂŒr Paul Raddatz
verlegt am 12.07.2011

 

Paul Raddatz wurde am 1. Dezember 1906 in Loosen, Kreis Schlochau, Westpreußen, geboren. Wie sein Vater lernte auch Paul Raddatz das Schuh­macherhandwerk. 1931 kam Paul Raddatz nach Konstanz. Er wurde Mitglied der KPD und der 1921 von der KPD gegrĂŒndeten , die sich als "proletarisches Rotes Kreuz" verstand.

1938 wurde Paul Raddatz zum Arbeitseinsatz am Westwall in der Pfalz dienstverpflichtet. Am 15. MĂ€rz 1940 wurde er in SaarbrĂŒcken verhaftet, „weil er an einer illegalen Unter­grundorganisation, die von Konstanz aus arbeitete, beteiligt war". Vom Landgericht Stuttgart wurde er am 13. Juni 1940 zusammen mit Friedrich Sernatinger wegen „Vorbereitung zum Hochverrat" zu zwei Jahren und 2 Monaten Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus Ludwigsburg wurde er, wie das damals ĂŒblich war, am GefĂ€ngnistor erneut festgenommen und ohne Gerichtsverfahren am 22. April 1942 in das eingeliefert, wo er bis zum 2. Mai 1945 inhaftiert war.

Seine HĂ€ftlingsnummer war 29798.

Er gehörte derselben KPD-Widerstandsgruppe an wie Ferdinand Obergfell und Otto Greis aus Wollmatingen.

Paul Raddatz war 5 Jahre, 1 Monat und 20 Tage in Haft.

 

Als Paul Raddatz wieder in seine Heimatstadt zurĂŒckkam, wies der BĂŒrgermeister die Spitalkellerei an, ihm und dem ebenfalls inhaftierten Johann Okle je 3 Flaschen Spitalwein zukommen zu lassen.

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Paul RADDATZ,
Lagerkarte KZ Dachau

Bildquelle: ITS Arolsen

 

Wie viele andere ehemalige Kommunisten und KZ-HĂ€ftlinge scheint auch Paul Raddatz Ärger mit den Behörden gehabt zu haben. Jedenfalls beklagte er sich, dass er Ende 1947 immer noch keinen KZ-Ausweis erhalten habe.

Nach dem Krieg fand Raddatz eine Anstellung bei der Stadt Konstanz als Maschinist beim stÀdtischen Gas- und Wasserwerk.

Paul Raddatz ist am 26. Oktober 1994 in Konstanz gestorben.

 

 

Recherche: Uwe BrĂŒgmann

Patenschaft: Gottfried Christmann

Quellen:

Staatsarchiv Freiburg, Antrag auf HaftentschÀdigung, F 196/1, 410

ITS Arolsen