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Stolpersteine Konstanz

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Max LEVI, 1876 - 1942

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geb. 09.06.1876 Tiengen/Waldshut

Deportiert 1940

Gurs

tot 23.7.1942

Heilanstalt Limoux

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Sigismundstr. 21 heute
(November 2012)

Foto: W. Mikuteit
 

stein_LEVI_maxStolperstein f├╝r  Max LEVI
verlegt am 09.09.2013

Ehefrau: Rosa LEVI,  Sohn: Hans Bernhard LEVI

Geboren am 09. Juni 1876 in Tiengen / Waldshut / Baden.

Tiengen war zum Zeitpunkt der Geburt von Max Levi eine blühende jüdische Gemeinde. Etwa 10 % der Einwohner waren Juden. Es gab eine Synagoge, eine jüdische Schule, eine Mikwe (Ritualbad) und einen jüdischen Friedhof.

Wann das Ehepaar Levi geheiratet hat und wann es nach Konstanz gezogen ist, ist nicht bekannt. Max und Rosa Levi m├╝ssen in der J├╝dischen Gemeinde aber hochangesehen gewesen sein, weil es ihnen erlaubt war, im Gemeindehaus neben der Synagoge in der Sigismundstra├če 21 ein koscheres Restaurant und eine Pension einzurichten. Anfang 1941 wurde eine Patientin der Heilanstalt Reichenau vor ihrem Weitertransport in die T├Âtungsanstalt Hadamar in der Pension Levi einquartiert.

Max und Rosa LEVI wurden am 22. Oktober 1940 zusammen mit 108 Konstanzer Juden nach in S├╝dfrankreich deportiert. Fast zwei Jahre lebte das Ehepaar unter unbeschreiblichen Lebens┬şbedingungen im Lager. Im August 1942 wurde Rosa Levi ├╝ber das Sammellager Drancy bei Paris nach Auschwitz deportiert und dort am 10.┬áAugust┬á1942 in der Gaskammer ermordet.

levi_max_asile_limoux

Heilanstalt Limoux

 

Max Levi blieb der Transport nach Auschwitz wegen seines Alters erspart; es gab einen sogenannten Altenerlass der Vichy-Regierung, der ├╝ber 60 Jahre alte Juden vom Transport nach Auschwitz freistellte. ├ťber mehrere Stationen kam Max Levi 1942 nach Limoux im Departement Aude, etwa 100 km nordwestlich von Gurs entfernt. Dort fand er Unterkunft in einem Heim f├╝r geistig Behinderte, im sogenannten "asile d'ali├ęn├ęs". Hier starb er, zusammen mit Hunderten von Psychiatriepatienten (ÔÇ×l'h├ęcatombe des fous"), am 23. Juli 1942 an Unterern├Ąhrung.

 

 

 

Recherche: Uwe Br├╝gmann

Patenschaft: Beate BRAVMANN-MUHLFELDER

Quellen:

Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland (1933-1945), Koblenz 1986

Adressb├╝cher von Konstanz

Sch├╝lerverzeichnisse im Suso-Gymnasium, Konstanz

Faulstich, Heinz: Von der Irrenf├╝rsorge zur ÔÇ×Euthanasie", Freiburg 1993