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Stolpersteine Konstanz

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Bernhard GOLDLUST 1896 - 1943

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geboren: 30.5.1896 in Lopuszno, Polen, seit 1920 in Konstanz

Schneidermeister

11.11.1938 KZ Dachau

Emigration am 9.6.1939 nach London

gestorben 17.5.1943

 

haus_Rheingutstr_1_2010

Rheingutstr. 1 im Jahr 2010
(Stolpersteine fĂŒr Familie Goldlust am unteren Bildrand)

 

Stein_GOLDLUST_Bernhard

Stolperstein fĂŒr Bernhard Goldlust, verlegt am 22.5.2009

verheiratet mit Manya Goldlust, Kinder: Leo Goldlust, Paula Goldlust, Siegfried Goldlust

haus_rheingutstr_1_damals

Haus Rheingutstr. 1
(dieses schöne Haus wurde abgerissen und durch einen Betonklotz ersetzt, s.o.)

Quelle: unbekannt

 

Das Ehepaar Bernhard (*30.05.1896) und Manya Goldlust (* 24.03.1894), beide geboren in Lopuszno, einer polnischen Kleinstadt unweit von Kielce, lebten bereits seit 1920/21 in Konstanz. Bernhard Goldlust war Schneidermeister und hatte viele Jahre in der BrĂŒckengasse 6 eine eigene Werkstatt, ab 1928 in der Sankt-Gebhard-Str. 3.

In Konstanz hatte die Familie Goldlust eine neue Heimat gefunden, hier wurden auch ihre Kinder Leo (*07.10.1924) und Paula (*30.01.1928), sowie der kleine Siegfried, der noch als SĂ€ugling starb (04.05.1933 - 11.11.1933), geboren.

 

Im MĂ€rz 1933 zog die Familie in die Rheingutstr. 1 (das Eckhaus, in dem frĂŒher die GaststĂ€tte "Zum Bauhof" ihren Sitz hatte; heute befindet sich an dieser Stelle ein Bau aus den 60er Jahren). Bereits in den ersten Wochen nach der Machtergreifung kam es auch in Konstanz zu Entlassungen und immer wieder zu brutalen ÜberfĂ€llen von Nazi-Trupps auf ihre jĂŒdischen MitbĂŒrger. Dennoch wurde die Wohnung in der Rhein­gutstrasse 1 der Familie zur eigentlichen Heimat, hier fĂŒhlten sie sich die nĂ€chsten Jahre noch relativ sicher, bis die zunehmende Ausgrenzung, UnterdrĂŒckung und Anfeindungen der Juden in der Reichspogromnacht und der Sprengung der Konstanzer Synagoge am Morgen des 10. November 1938 einen vorlĂ€ufigen traurigen Höhepunkt fanden. Danach Ă€nderte sich das Leben fĂŒr die Konstanzer Juden radikal.

Bernhard Goldlust wurde noch am Morgen des 10.November 1938 mit allen anderen jĂŒdischen MĂ€nnern von der Gestapo verhaftet und in das verschleppt. Erst nach vielen Wochen, am 08. Dezember 1938, wurde er unter strengen Auflagen wieder freigelassen.

Familie Goldlust bemĂŒhte sich, wie viele befreun­dete jĂŒdische Familien auch, nun immer intensiver um eine Möglichkeit, Deutschland noch zu verlassen. Sie hatten u.a. auch Verwandte in Amerika, die sich um ihre Einwanderungsvisa bemĂŒhten, da fĂŒr Familie Goldlust aber die polnische Quote galt, lagen die Wartezeiten bei ĂŒber 10 Jahren. Viele Freunde konnten Konstanz noch verlassen, so musste Leo sich im Mai 1939 von seinem Freund Fritz Ottenheimer verab­schieden. Bernhard Goldlust gelang es schliesslich ein Visum fĂŒr Grossbritannien zu erhalten.

Am 07.06.1939 (oder 09.06.1939) verliess er Konstanz in der Hoffnung seine Familie bald­möglichst nachzuholen. Der baldige Kriegsaus­bruch machte jedoch all seine BemĂŒhungen zunichte.

Vater Bernhard Goldlust, der aus England wieder­holt und vergeblich versucht hatte, seiner in Frankreich internierten Familie zu helfen, starb, als der Kontakt dann abriss, am 17. Mai 1943 einsam und mit gebrochenem Herzen in London.

 

Recherche: Petra Quintini

Patenschaft: Petra Quintini

Quellen: