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Stolpersteine Konstanz

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Ida Jette BIRN, geb. Rosenthal 1897 – 1942 ?

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geb.: 29.03.1897 in Konstanz

Postgehilfin

Deportation ins / Polen, ermordet

Für tot erklärt auf den 31.12.1945

haus_blarerstr_48Blarerstr. 48
heute (2011)

Stein_BIRN_Ida_Jette

Stolperstein für Ida Jette BIRN
verlegt am 22.5.2009

Schwester : Erna Recha Rosenthal

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Ida Jette BIRN

Quelle: privat

 

Ida Jette ROSENTHAL, verheiratete BIRN, wurde am 29.3.1897 in Konstanz geboren. Nachdem ihr Bruder im ersten Weltkrieg gefallen war, unterstützten sie und ihre Schwester die Eltern finanziell. Beide Schwestern arbeiteten lange als Postgehilfinnen.

Nach dem Tod des Vaters zogen sie zunächst in die Hofhalde 1, ab 1934 lebten sie in der Blarerstr.­ 48 bei ihrer Tante Lina Eichler, der Schwester ihrer verstorbenen Mutter.

 

Im Sommer 1939 wurden sie aufgrund des „Gesetzes über die Mietverhältnisse mit Juden" vom 30. April 1939 von den städtischen Behörden gezwungen, in ein sogenanntes „Judenhaus" zu ziehen: gemeinsam mit vielen weiteren Familien wurden sie zunächst in die Bruderturmgasse 8 verwiesen, im Februar 1940 mussten sie schließlich in die Saarlandstr. 25 (die heutige Bodanstrasse) ziehen, ein weiteres „Judenhaus". Von hier aus wurde Erna Rosenthal am 22.10.1940 nach Gurs deportiert. Ida Rosenthal hielt sich im Oktober 1940 zufälligerweise in Berlin auf, vermutlich besuchte sie die dritte Schwester Elsa, die dort verheiratet war. So entging Ida zunächst der Deportation.

 

Ida lebte nach der Rückkehr nach Konstanz im Januar 1941 für kurze Zeit bei einer in „Mischehe" lebenden Cousine, musste dann aber in die Sigismundstr. 21 umziehen. Dort arbeitete sie als Pflegerin und betreute die bettlägerigen Juden, die 1940 nicht deportiert worden waren.

 

Ida Rosenthal heiratete am 23.2.1942 den am 21.11.1940 aus Mannheim vom jüdischen Krankenhaus nach Konstanz gekommenen Siegfried Birn.

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Siegfried BIRN im elterlichen Stoffladen, ca. 1928
© Jochen Jörg, Estenfeld

:

Siegfried Birn war am 23. Juli 1941 wieder in Konstanz. Im jüdischen Gemeindehaus lernte er Ida Jette Rosenthal kennen, die hier seit Oktober 1940 als Pflegerin arbeitete. Am 23. Februar 1942 heirateten sie in Konstanz. Das Paar bewohnte in der Pension Levi, die sich im jüdischen Gemeindehaus befand, zwei gut bürgerlich eingerichtete Zimmer.

Mit der "Evakuierung" vom 24.4.1942 werden beide deportiert. Erich Bloch schreibt, dass sie ins Ghetto Izbica kamen, ein Durchgangslager zu den Vernichtungslagern Sobibor und Belzec. Alle dorthin verschleppten Personen sind getötet worden.

 

Ida Jette Birn geb. Rosenthal wird, wie ihr Mann, am 10.10.52 vom Amtsgericht auf den 31.12.1945 für tot erklärt.

birn_ida_postkarte_Maerz_1942_2Das letzte erhaltene Lebenszeichen von Ida Birn,
eine Postkarte vom März 1942, an Max Schwarzhaupt und
Ruth Schwarzhaupt

Quelle: Privatarchiv Stiegeler

 

Text:
Lieber Max, liebes Ruthle,
Ihr glaubt gar nicht wie mich eure so lieben
Zeilen gefreut haben. Vor allem, dass Ihr
gesund seid. Ja, lb. Max leider hat uns alle
schon manch'  Schweres getroffen, seid [sic] wir von
einander mussten, Schreibt Ihr auch Eurer
l.[ieben] Mama oft. Bitte viele innige Grüsse von
mir. Hoffentlich kommen wir alle mal
wieder zusammen. Das wäre mein grösster
Wunsch. Lasst wieder von Euch hören, ich
freue mich überaus. Herzlichst
                      Eure  Ide
 
 

birn_ida_postkarte_Maerz_1942_1
Postkarte von Ida Birn, März 1942, Vorderseite

Quelle: Privatarchiv Stiegeler

 

 

Im September 2007 wurde für Ida Jette Birn in Estenfeld/Unterfranken ein Stolperstein verlegt, obwohl sie dort nie gewohnt hatte. Auch die Inschrift auf den Stein entspricht nicht den Tatsachen, da sie 1942 in Izbica und nicht in Auschwitz ermordet wurde.

Recherche: Alexander Stiegeler

Patenschaft: Alexander Stiegeler

Quellen:

Erich Bloch, Geschichte der Juden von Konstanz, 3. unveränderte Aufl. Konstanz 1996

Privatarchiv Stiegeler, Konstanz