Stolpersteine Konstanz

David WIELER,   1871 - 1942

Inhaltsverzeichnis zeigen/verbergen

David WIELER,   1871 - 1942

zurück weiter  

David WIELER,   1871 - 1942

zurück weiter zum Drucken muss Javascript aktiviert sein Helfen Sie Fehler zu beseitigen!  

 

DEPORTIERT 1940

1940/1941 GURS

MÄRZ 1941 GAN (BEI PAU)

ÜBERLEBT

SCHWEIZ

Bild grösser: anklicken

Tägermoosstr. 4
heute (April 2017)

 
Foto: © Wolfram  Mikuteit

Bild grösser: anklicken

Stolperstein für David WIELER
verlegt am 03.05.2017

 

 

Bild grösser: anklicken

David WIELER im Alter von 23 Jahren
Quelle: Privatarchiv Familie Wieler

 

 

 

David WIELER wurde am 24.2.1871 als Sohn von Pius Pinchas Wieler und seiner Frau Rebekka, geb. Picard, in Randegg geboren. Die Familie zog 1873 nach Konstanz, wo der Vater zusammen mit seinem Bruder Adolf die Firma „Gebrüder Wieler“ gründete, einen Großhandel für Garne, Woll- und Kurzwaren.

 

Bild grösser: anklicken

Firmensitz der „Gebrüder Wieler“ und
Elternhaus von David WIELER
um 1900, Fotograf: Ludwig Schmid
 
Quelle: Privatarchiv Familie Wieler

 

Die Familie wohnte im Firmengebäude an der Oberen Laube 20 (heutige Hausnummer 64). Dort wuchs David mit sieben Geschwistern auf, drei weitere der insgesamt elf Kinder starben früh.

 

David Wieler wurde wie sein Vater Kaufmann. Eine Zeit lang führte er zusammen mit seinem Vetter Berthold Wieler die Firma „Gebrüder Wieler“ fort, später betätigte er sich als Handschuhfabrikant.

1907 heiratete er Clara Frida Wieler, geb. Kurz, aus Eberbach. Die Ehe blieb kinderlos. Clara Wieler starb 1933 an einer zu spät erkannten Blinddarmentzün­­dung.

Bild grösser: anklicken

Die Geschwister Wieler im Jahr 1894.
v.l.n.r.: Adolf, Clara, Michael, Hermann,
Hedwig, Marie, David, Julius,
 
Quelle: Privatarchiv Familie Wieler

 

Nachdem David Wieler als Handschuhfabrikant bankrott gemacht hatte, arbeitete er bei seinen Brüdern Michael und Hermann mit, die sich in Kreuzlingen mit der Firma „Pius Wieler Söhne. Mecha­nische Strumpfwarenfabrik“ niedergelassen hatten.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg erlitt David Wieler einen Schlaganfall. Obwohl er danach gesundheitlich beeinträchtigt war und nicht mehr richtig gehen und sprechen konnte, wurde der 69-Jährige zusammen mit über 100 Konstanzer Juden am 22. Oktober 1940 nach Südfrankreich deportiert.

Drei Tage später trafen sie im Lager Button ein, wo schlimme Zustände herrschten.

 

Bild grösser: anklicken

Karteikarte David WIELER im Lager Gurs
 
Quelle: Archives départementales des Pyrénées-Atlantiques, cotes 72 W 70 et 332

 

 

Ein Einreisegesuch in die rettende Schweiz, das die Brüder Michael und Hermann zuvor gestellt hatten, wurde von der Thurgauer Fremdenpolizei erst bewil­ligt, nachdem die Deportation bereits erfolgt war. Aufgrund dieser Bewilligung durfte David im April 1941 - nach einem einmonatigen Aufenthalt in der Gemeinde Gan in der Nähe von Pau - in die Schweiz ausreisen.

 

David Wieler lebte bis zu seinem Tod bei der Familie seines Bruders Michael in Kreuzlingen, wo er 1942 starb.

 

Bild grösser: anklicken

Grabstein für David WIELER
in Kreuzlingen / Schweiz
 
 

 

Recherche: Birgit Lockheimer

Patenschaft: Dagmar Schmieder

Quellen:

1.Stadtarchiv Konstanz: Einwohnermeldekarten, Adressbücher, Manuskript Semi Moos

2.Privatarchiv Familie Wieler: Manuskript Robert Wieler, Briefe Irma Wieler, Fotos

3.Archives départementales des Pyrénées-Atlantiques, cotes 72 W 70 et 332

4.Erich Bloch: Geschichte der Juden von Konstanz im 19. und 20. Jahrhundert. Eine Dokumentation, Konstanz 1971, 3. Auflage 1996

5.Raffael Wieler-Bloch: Richard Liebermann. Der gehörlose Porträt- und Landschaftsmaler 1900-1966, hrsg. von Erhard Roy Wiehn, Konstanz