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Schmähartikel der "Bodensee-Rundschau" vom 18. März 1933
 

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„Nachruf" für Herrn Dr. phil Venedey

Der stadtbekannte Salonbolschewist Dr. Venedey, der unbegreiflicherweise jahrelang ungestört an der Konstanzer Oberrealschule und am Gymnasium als Lehramtsassessor die deutsche Jugend vergiften konnte, hat geglaubt, sich durch eine „heroische" Geste einen guten Abgang verschaffen zu können, indem er von sich aus sein Amt niederlegte und aus dem Staatsdienst austrat.

Wir können uns nicht enthalten, diesem Heros durch einen Nachruf die Maske vom Gesicht zu reißen. Abgesehen davon, dass dieser Herr es sich an den Fingern abzählen konnte, wenn er seines Dienstes von Rechts wegen enthoben werden würde, dürfte er sich bereits rechtzeitig nach einer anderen Stelle umgesehen haben, in der er – man spricht von der Schweiz – sein deutschfeindliches Treiben von sicherem Port aus fortsetzen kann. Die Schweiz ist ja schon lange das Asyl gewerbsmäßiger Volksverräter gewesen. Man ist, wollte man das Bild dieses Burschen zeichnen, in Verlegenheit, was man an ihm mehr „bewundern" soll, die aufreizende Frechheit, die allerdings in dieser folgerichtig vom Liberalismus zum Salonbolschewismus abgeglittenen Familie nicht wundernimmt, die widerliche Art, in der er mit seinem Atheismus zu prunken pflegt, oder den giftigen Hass, mit dem er in seinen Schülern als hochintelligenter, aber verantwortungsloser Mensch jegliche Ehrfurcht vor den Großen der deutschen Vergangenheit zu ertöten, dass Heilige zu verweltlichen, das hohe Vorbild in den Schmutz herabzuziehen liebte. Dass er dabei auch die Führer der deutschen Freiheits-

bewegung in nicht wiederzugebender Weise zu beschimpfen pflegte, versteht sich am Rande; man weiß, wie sich Köter benehmen. Dass er im Unterricht die Helden der deutschen Sage mit der Jauche seines „Geistes" übergoß und die Gestalt Friedrichs des Großen, an dessen Grabe demnächst der Reichstag des neuen Reiches eröffnet werden wird, vom Unterhosen-Standpunkt aus lehrte, wiegt bei einem Jugenderzieher schwerer. Dass er aber gar seinen Primanern beibrachte, daß Deutschland der Hauptschuldige am Weltkrieg sei, das machte ihn vollends der Ehre deutscher Staatsbürger zu sein, unwürdig.

Wir raten diesem Herrn, den Staub unserer Stadt möglichst rasch von den Füßen zu schütteln, damit wir der Mühe überhoben sind, hier nachzuhelfen. Über das Persönliche hinaus aber ist es bezeichnend, dass eine solche zerstörerische Existenz unter der Herrschaft des „frommen" Zentrums so lange Zeit ihre gemein­schädliche Tätigkeit ausüben konnte.