Stolpersteine Konstanz

Elsa STUX, geb. Ferber    1879  -  1956

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Elsa STUX, geb. Ferber    1879  -  1956

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Elsa STUX, geb. Ferber    1879  -  1956

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JG. 1879

DEPORTIERT 1940

GURS

BEFREIT / ÜBERLEBT

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Seestr. 29 heute
(2014)

stein_STUX_elsaStolperstein für Elsa STUX
verlegt am 27.06.2014

Ehemann: Robert STUX

foto_STUX_Robert_Elsa
Robert und Elsa STUX
anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit
Anfang der 1950er-Jahre

Elsa Stux wurde am 14.05.1879 in Wien als Elsa Ferber geboren. Über sie ist nur wenig bekannt. Nach Aussage ihrer Haushälterin liebte sie die öster­reichische Küche und war sehr hilfsbereit.

Sie heiratete Robert STUX. Das Ehepaar Stux besaß ein gutbürgerliches Haus mit Bibliothekszimmer, Rauchersalon, Gästezimmer und einer Haushälterin und war sehr gastfreundlich und familienorientiert.

Laura Ferber, die unverheiratete Schwester von Elsa Stux, wohnte ständig in der Villa der Stux. Auch Schwester Gisela Ferber (geb. am 20.05.1885 in Wien) war häufig zu Besuch. Nach dem Boykott der jüdischen Geschäfte in Konstanz am 01.04.1933 kehrte Gisela Ferber Mitte April in ihre Heimatstadt Wien zurück und hat Konstanz nicht wieder besucht.

Unter dem Druck der politischen Verhältnisse verkaufte das Ehepaar Stux Anfang November 1939 sein Haus in der Seestraße, die seit 1933 Adolf-Hitler-Ufer hieß. Da sich die Umbaupläne des neuen Besitzers hinzogen, konnte das Ehepaar Stux weiter im Haus wohnen bleiben. Am 14.05.1940 musste das Ehepaar auf behördliche Anweisung in das "Judenhaus" in der Bruderturmgasse 8 umziehen. Judenhäuser waren im Behördendeutsch Häuser, die ehemals Juden gehörten und in denen nur jüdische Mieter wohnen durften.

STUX_Villa_Seestr.29
Villa Stux, Seestr.29

 

Am 20.10.1940 wurden das Ehepaar Stux und Laura Ferber, die Schwester von Elsa Stux, zusammen mit 112 anderen Juden aus Konstanz nach Button in Südfrankreich deportiert. Unter unbeschreiblichen Lebensbedingungen war das Ehepaar Stux vom 25.10.1940 bis zum 07.05.1942 in Gurs inhaftiert.

Wie viele ältere Inhaftierte über 60 Jahre wurde das Ehepaar Stux nach Auflösung des Lagers nicht nach Auschwitz deportiert, sondern fand in Südfrankreich in mehreren privaten Pensionen Unterkunft. Solche Unterkünfte für ältere Juden hatte der Erzbischof von Lyon, Pierre-Marie Gerlier, bereitgestellt.

Ab dem 01.04.1944 war das Ehepaar auf der Flucht in die Schweiz. Nach einigen Wochen Quarantäne an der Grenze erhielt das Ehepaar Stux eine Aufenthalts­genehmigung für Bern und wurde hier von einer jüdischen Hilfsorganisation unterstützt. Am 03.04.1950 musste das Ehepaar Stux die Schweiz verlassen und übersiedelte in seine alte Heimatstadt Konstanz.

Nach dem Krieg wohnte das Ehepaar Stux zunächst in einer bescheidenen Wohnung in der Oberen Laube, bis es dann einen Platz im Pflegeheim in der Hebelstraße 6/8 bekam.

Elsa Stux, geb. Ferber, hatte noch eine Schwester mit Namen Rosa, die der Deportation entging, weil sie in einer "Mischehe" lebte. Deren Mann bekam 1959 per Gerichtsbeschluss das Restvermögen des Ehepaares Stux zugesprochen.

Elsa Stux starb am 20.01.1956.

Ihr Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof Konstanz.

 

Recherche: Uwe Brügmann

Patenschaft: Doris Jochum, Günter Spieß

Quellen:

Staatsarchiv Freiburg, Entschädigungsakten Robert und Elsa Stux, F 196/1, 1181 und F 196/1, 800 und P 303/4, 1181