Stolpersteine Konstanz

Eine Angehörige erinnert sich

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Wie es scheint, wurden Kommunisten von den Behörden nicht selten benachteiligt. Jedenfalls beklagte sich Sernatinger bei der Beratungsstelle für Naziopfer in Freiburg am 30.7.1947, dass ihm der KZ-Ausweis verweigert werde; als er drohte, sich an die franz. Verwaltung zu wenden, wurde ihm am 26.8.1947 der KZ-Ausweis ausgehändigt.

Nach dem Krieg bekam er zunächst eine Stelle als Hausmeister im Suso-Gymnasium und später als Kassierer bei den Stadtwerken. Hier scheint er Schwierigkeiten bekommen zu haben, weil er nach Aussage seiner Stieftochter zuviel mit den Kunden „politisierte". Nach einer Abmahnung kündigte er am

31.12.1955 sein Arbeitsverhältnis bei der Stadt und übersiedelte mit seiner neuen Frau Anna, geb. Tworz (1905-1997), die er 1947 geheiratet hatte, Anfang 1956 in die DDR, zunächst nach Finsterwalde und von dort nach Erfurt. Seine eigenen wie auch die beiden noch minderjährigen Kinder seiner zweiten Frau, Ingeborg und Eva, blieben in Konstanz.

Am 14. Juni 1963 ist Sernatinger in Erfurt gestorben. Nach seinem Tod kehrte seine Frau nach Konstanz zurück. Sie erhielt von den DDR-Behörden die Erlaubnis, auch die Urne ihres verstorbenen Mannes nach Konstanz mitzunehmen. Die Urne wurde auf dem Konstanzer Hauptfriedhof im Familiengrab der Sernatinger beigesetzt.

 

Quelle: mündl. Mitteilung (Juli 2011) von Inge Hotz, Stieftochter von F.W. Sernatinger