Stolpersteine Konstanz

Maria SCHWENK    Jg. 1885

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Maria SCHWENK    Jg. 1885

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Maria SCHWENK    Jg. 1885

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JG. 1885

ZEUGIN JEHOVAS

VERHAFTET 1939

GEFÄNGNIS KONSTANZ

1940 RAVENSBRÜCK

MAUTHAUSEN

BEFREIT / ÜBERLEBT

haus_wollmatingerstr.84

Wollmatinger Str. 84 heute
(2014)

stein_SCHWENK_MariaStolperstein für Maria SCHWENK
verlegt am 28.06.2014

 

Maria Schwenk wurde am 22.07.1885 in Bickelsberg bei Sulz/Neckar geboren. Sie blieb ledig.

Von 1891 bis 1899 besuchte sie die Volksschule in Bickelsberg. Maria Schwenk war vom 14. bis zum 25. Lebensjahr als Dienstmädchen in verschiedenen Stellungen tätig, meistens in Stuttgart, später arbeitete sie als Näherin in einem Herrenkleider­geschäft in Stuttgart. Von 1912 bis 1914 lebte sie in Frankreich und anschließend dann wieder bei ihren Eltern.

1917 zog Maria Schwenk nach Konstanz und arbei­tete bis 1920 in dortigen Haushalten und Firmen. Ab 1920 bis 1934 war Maria Schwenk Näherin bei der Bekleidungsfirma Straehl in Konstanz. Seit 1934 arbeitete sie als Haushälterin bei dem Witwer Eugen Schwab (Zeuge Jehovas) und dessen zwei kleinen Kindern.

Maria Schwenk war evangelisch, wechselte aber 1923 zu den Zeugen Jehovas und arbeitet dort aktiv mit durch Werbung und Schriften bis zum Verbot der Religionsgruppe. Nach dem Verbot bzw. nach dem Verbot des Bibelverkaufs war sie nicht mehr aktiv.

 

Im Januar 1937 wurde Maria Schwenk polizeilich vernommen im Rahmen des Verfahrens gegen Fritschi, Hofmaier, Schwab, Badent, Romer, Reiner, Miller.

Am 16.12.1939 wurde sie verhaftet, zusammen mit Anna Schaumann, Luise und Irma Wilderer. Sie blieb in Konstanz ohne Gerichtsverfahren in Haft bis 26.04.1940.

Direkt anschließend, am 04.05.1940, wurde Maria Schwenk in das Button überführt.

Ab 26.03.1944 bis Kriegsende war sie als Arbeitskraft im SS-Institut für Pflanzengenetik Schloss Lannach bei Graz. In dieser Zeit war sie dem Button zugeordnet.

Am 05.05.1945 wurde sie im Lager von den Russen befreit, blieb aber bis 27.07.1945 in Mauthausen.

Am 11.08.1945 kehrte sie nach Konstanz zurück.

Im Entschädigungsverfahren nach dem Krieg wird der Aufenthalt in Lannach als Freiheitsentzug gewertet, wie auch die Überstellung von Berta Maurer vom KZ Ravensbrück zum Lebensborn in München.

 

Recherche: Arnulf Moser

Patenschaft: Jehovas Zeugen, Versammlungen Konstanz-Ost und Konstanz-West

Quellen:

Archiv der Konstanzer Gemeinde der Zeugen Jehovas

Staatsarchiv Freiburg: Entschädigungsakte F 196/1, Bd. 653

Generallandesarchiv Karlsruhe, Akten Sondergericht Mannheim, Bd. 507/2375, Verfahren gegen Romer, Badent usw.