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Stolpersteine Konstanz

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Hugo SCHRIESHEIMER    1908 - 1989

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geb.: 13.09.1908, Konstanz

 

KZ Dachau:  10.11.1938 bis März 1939

Deportation nach Gurs / Frankreich am 22.10.1940

Flucht in die Schweiz, Internierungslager

 

überlebt.

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Bodanplatz 10  heute
(November 2012)

Foto: W. Mikuteit

 

Stein_SCHRIESSHEIMER_Hugo

Stolperstein für Hugo SCHRIESHEIMER, verlegt am 22.5.2009

Die korrekte Schreibweise des Namens ist SCHRIESHEIMER

 

Sohn von Rosa und Max Schriesheimer

Ausführliche Biografie, mit Bildern und Dokumenten versehen:
Marie-Elisabeth Rehn: "Hugo Schriesheimer"
Auszüge hier.

Hugo Schriesheimer wurde am 13. September 1908 als Sohn von Rosa Schriesheimer und Max Schriesheimer in Konstanz geboren.

foto_schriesheimer_hugo

Hugo Schriesheimer,1938
entnommen dem Pass des "Automobil-Clubs Schweiz".
(Quelle: E.R.Wiehn)

 

Er studierte Maschinenbau und wurde Maschinenbau­ingenieur am Technikum Konstanz (15. März 1928).

 

Nach dem November-Pogrom vom 10.11.1938 war er bis in den März 1939 - zunächst zusammen mit seinem Vater Max im .

 

foto_schriesheimer_hugo_und_andere

Hugo  Schriesheimer (Bildmitte) 1940,
letzte Aufnahme vor der Deportation.

v.l.n.r.: Willy Rosenfeld, Ernst Hilb, Hugo Schriesheimer, Dagobert Guggenheim, Kurt Wolf

Quelle: Archiv Wiehn

 

Am 22. Oktober 1940 Am 22.10.1940 wurde er zusammen mit seinen Eltern nach verschleppt. Da dieser Teil Frankreichs nicht von deutschen Truppen besetzt war, stand das Lager unter französischer Verwaltung durch das Vichy-Regime.

Im Juli 1942 wurde er zum Arbeitseinsatz nach Perpignan verbracht. Dort wurde er wegen einer Blutvergiftung im linken Fuß in das Gefangenenhospital verlegt, so dass er dadurch dem Abtransport nach Auschwitz entgehen konnte.

Im Oktober 1942 gelang ihm die Flucht über Lyon in die Schweiz.

 

Am 12. November 1942 bat er um politisches Asyl. Sein Ziel war aber letztlich nicht die Schweiz, sondern die USA.

 

Am 4. Oktober 1947 schiffte er sich in Southampton mit der „Queen Mary“ nach New York ein. Als Nationalität ist in seinen Papieren „staatenlos – stateless“ angegeben. Am 9. Oktober 1947 betrat er in New York amerikanischen Boden.

New York wurde seine neue Heimat. Dort heiratete er auch Eva, geb. Mendelsohn (geb. 14.4.1924). Ende der 40er Jahre wurde er amerikanischer Staatsbürger. Seine Frau starb 1988 in New York.

 

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Hugo und Eva SCHRIESHEIMER ,
Max DUKAS (Neffe von Hugo SCHRIESHEIMER),
Bernadette DUKAS
(v.l.n.r.)
ca. 1955

 
Quelle: ancestry.com

 

 
Im Oktober 1989 weilte Hugo Schriesheimer in Kreuzlingen. Ob er dort zu Besuch war oder er seine Rückübersiedlung plante, ist ungeklärt.

Hugo Schriesheimer starb am 7. Oktober 1989 in Kreuzlingen.

 

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Grabstein für Hugo und Eva SCHRIESHEIMER
auf dem jüdischen Friedhof  Bernrain b. Kreuzlingen / CH
 
Foto: Maik Schluroff

 

 

 

Recherche: Hendrik Riemer /
Elisabeth Rehn /
Uwe Brügmann

Patenschaft: Iole aus der Schmitten

 

Schriesheimer_Hugo_Einwohnermeldekarte

Einwohnermeldekarte Konstanz:
Eintrag August 1939: "wartet täglich auf die Einreiseerlaubnis nach Honduras. Will später seine Eltern folgen lassen."
Als Adresse ist die Bruderturmgasse 6 angegeben. In dieses Haus wurde Hugo SCHRIESHEIMER eingewiesen.

Quelle: Stadtarchiv Konstanz S XXXIII, Einwohnermeldekartei

 

Schriesheimer_Hugo_Pass_b

Schriesheimer_Hugo_Pass_a

Reisepass, 1.Seite (links) und Kennkarte (Innenseiten) von Hugo Schriesheimer mit dem grossen "J" für "Jude" und dem für alle Deutschen jüdischen Glaubens zwangsweise verordneten "Israel" als Vorname.

Quelle: M.-E. Rehn, "Hugo Schriesheimer"

 

 

Schriesheimer_Hugo_KZ_Dachau

Häftlings-Stammdaten KZ Dachau

 

 

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Passagierliste des Dampfers "Queen Mary"
für die Fahrt von Southhampton nach New York am 4. Okt. 1947.
Unter Nr. 6 ist Hugo SCHRIESHEIMER aufgeführt.
"staatenlos", "Beruf: Ingenieur.

Quelle: ancestry.com
 
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Quellen:

Oktoberdeportation 1940, Hrsg. v. Erhard R. Wiehn, Konstanz 1990. Darin zahlreiche Augenzeugenberichte, Briefe auch von Rosa Schriesheimer aus Pontacq an den Sohn in der Schweiz, Dokumente auch zu Hugo Schriesheimer

Erich Bloch, Geschichte der Juden von Konstanz, Konstanz 1971, 3. unveränderte Auflage 1996. Darin Namenslisten mit Geburtsdaten

Einwohnermeldekartei, Stadtarchiv Konstanz

Archiv KZ Dachau