Stolpersteine Konstanz

Ludwig OTTENHEIMER   *1896

Inhaltsverzeichnis zeigen/verbergen

Ludwig OTTENHEIMER   *1896

zurück weiter  

Ludwig OTTENHEIMER   *1896

zurück weiter zum Drucken muss Javascript aktiviert sein Helfen Sie Fehler zu beseitigen!  

geb.: 03.12.1896, Rexingen

 

verhaftet: 10. November 1938

KZ Dachau

Flucht: 22.04.1939, USA

 

überlebt

Bild kleiner: klicken

Blarerstr. 32
heute (Oktober 2015)

 

Bild grösser / kleiner: Bild anklicken

Stolperstein für Ludwig Ottenheimer verlegt am 17.03.2008

Stolperstein für Ludwig Ottenheimer
verlegt am 17.03.2008

Familie: Ilse Karola Ottenheimer, Fritz Ottenheimer, Klara Ottenheimer

Geb. 03.12.1886 in Rexingen.

Teilnehmer am I. Weltkrieg 1914 – 1918, Kriegsverletzung (steifer Arm), Kriegsauszeichnungen (u.a. Tapferkeitsorden).

1921 Heirat mit Klara Metzger, seit dieser Zeit in Konstanz ansässig.

Kaufmann. Herrenbekleidungsgeschäft Obermarkt 6 ("Imbiß Schappeler"), Aufgabe des Geschäfts 1936 (Boykott jüdischer Geschäfte – "Kauft nicht bei Juden!"), danach zeitweilig Handelsvertreter für Krawatten.

Nazis organisierten Boykottaktionen jüdischer Geschäfte

Nazis organisierten Boykottaktionen jüdischer Geschäfte

 

Die Boykotte "jüdischer" Geschäfte begannen in Konstanz bereits am 31. März 1933. Anfang April postierten sich SA-Männer vor 18 Geschäften in der Innenstadt. Die „Bodensee-Rundschau“ kündigte an, die Partei werde zu gegebener Zeit „eine Liste von Konstanzer Volksgenossen veröffentlichen, die entgegen dem Willen der Nation ihren Bedarf in jüdischen Geschäften decken.“ Wer noch immer die Geschäfte der „Fremdrassigen“ unterstütze, sei ein „Verräter an der Nation, der sich selbst aus der Volksgemeinschaft ausschließt.“

 

Der Herrenausstatter Ludwig OTTENHEIMER räumte Hemden, Socken und Krawatten aus dem Schaufenster seines Geschäfts am Obermarkt und zeigte stattdessen dort sein Eisernes Kreuz und die badische Verdienstmedaille aus dem Weltkrieg; auch krempelte er seinen rechten Hemdsärmel hoch und zeigt dem SA-Mann vor dem Geschäft die Narben einer Kriegsverletzung. Umherstehende Passanten redeten auf den SA-Mann ein, Ottenheimer sei ein „guter Deutscher“, der „mehr als seine Pflicht für das Vaterland getan“ habe. Der mutige Auftritt zeigte Wirkung doppelt. Der Posten zog ab. (Ottenheimer 1997, S. 58, zitiert nach Engelsing 2105, Seite 94)

 

Von 31.08.1933 bis 31.09.1938 Wohnung in der Blarerstraße 32.

Ab 01.10.1938 Saarlandstraße 10 (heute Bodan­straße).

 

10.11.1938 ins Häftlingsnummer 22440, ca. Mitte Dezember 1938 entlassen.

 

Am 22.04.1939 nach New York / USA emigriert.

 

 

 

 

 

 

 

Patenschaft: Hartung-Gorre

Quellen:

Fritz Ottenheimer, Wie hat das geschehen können? Von Konstanz in die USA durch den Krieg und zurück. Jüdische Schicksale 1925-1996, Hartung-Gorre Verlag: Konstanz 1996, 230 Seiten, € 20,35. ISBN 3-89649-006-0

Tobias Engelsing, "Das jüdische Konstanz Blütezeit und Vernichtung". Südverlag: Konstanz 2015, S. 94