Stolpersteine Konstanz

Hans Bernhard LEVI,  Jg. 1921

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Hans Bernhard LEVI,  Jg. 1921

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Hans Bernhard LEVI,  Jg. 1921

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geb. 20.06.1921, Konstanz

1935 Flucht

SCHWEIZ

Überlebt

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Sigismundstr. 21 heute
(November 2012)

Foto: W. Mikuteit

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stein_levi_hans_bernhardStolperstein für  Bernhard LEVI
verlegt am 09.09.2013

Eltern: Max LEVI und Rosa LEVI

Hans Bernhard LEVI, geb. am 20.06.1921 in Konstanz, war das einzige Kind von Max und Rosa Levi.

Nach dem Besuch der Stefansschule (Grundschule) trat Hans Levi am 12.04.1932 in die Sexta (5. Klasse) des Suso-Gymnasiums ein. Das Schuljahr begann damals nach den Osterferien. Hans war ein sehr guter Schüler; er hat mehrere Preise und Belobigungen bekommen. Im Jahreszeugnis von 1935 heißt es über ihn: „Körperliche Veranlagung und Haltung sind gut, ebenso sein Charakter. Fleißiges Streben sowie Leistungen sind erfreulich gut".

Hans Levi verließ das Suso-Gymnasium am 16.10.1935, also mitten im Schuljahr, ohne Angabe von Gründen, und wechselte an die Sekundarschule in Kreuzlingen. Die Gründe für seinen Schulwechsel sind nicht bekannt, man kann aber davon ausgehen, dass die Eltern ihren Sohn Hans in Sicherheit bringen und ihm den Schulabschluss ermöglichen wollten.

Denn nach der Machtübernahme der Nazis wurde der Alltag für Juden in Konstanz zunehmend schwieriger. Systematisch wurden die Juden aus dem gesell­schaftlichen Leben ausgegrenzt. Am 1. April 1933 erfolgte der Boykott der jüdischen Geschäfte. Im August 1933 wurde den Juden verboten, sich auf die Bänke im Stadtgarten oder an der Seestraße, die jetzt Adolf-Hitler-Ufer hieß, zu setzen.

Im Juli 1937 wurde Juden untersagt, im Strandbad Horn zu baden. Im November 1938 wurden jüdische Hotels wie z.B. die jüdische Pension Wieler in der Hebelstraße von der offiziellen Hotelliste der Stadt gestrichen.

Die jüdischen Geschäfte wurden seit 1933 „arisiert". Im Oktober 1935 übernahm z. B. Max Bredl das jüdische Konfektionshaus Merkur am Bodanplatz, im Oktober 1936 ging das Kaufhaus „Klopstock" in der Rosgartenstrasse in „arische" Hände über.

Trotz intensiver Recherchen war es nicht möglich, den weiteren Lebensweg von Hans Bernhard Levi nach seiner Übersiedlung in die Schweiz nachzuverfolgen. Tatsache ist jedenfalls, dass sein Name in den Opferlisten des Holocaust nicht auftaucht. Man kann also davon ausgehen, dass er in der Schweiz oder anderswo überlebt hat.

 

 

 

 

 

 

 

Recherche: Uwe Brügmann

Patenschaft: Beate BRAVMANN-MUHLFELDER

Quellen:

Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland (1933-1945), Koblenz 1986

Adressbücher von Konstanz

Schülerverzeichnisse im Suso-Gymnasium, Konstanz

Faulstich, Heinz: Von der Irrenfürsorge zur „Euthanasie", Freiburg 1993