Stolpersteine Konstanz

Friedel HAYMANN   1908  -  1995

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Friedel HAYMANN   1908  -  1995

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Friedel HAYMANN   1908  -  1995

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geb. 1908 in Konstanz

 

Flucht 1939

England

 

 

überlebt

haus_brauneggerstr_51_Mai_2012

Brauneggerstr. 51  heute
(2012)

stein_haymann_friedelStolperstein für  Friedel Haymann
verlegt am 18.05.2012

Tochter von Max Haymann und Sofie Haymann, Schwestern: Gerda Haymann, Annelies Haymann

Friedel Haymann wurde am 28.03.1908 als älteste Tochter von Max und Sofie Haymann in Konstanz geboren.

Sie hatte zwei jüngere Schwestern, Gerda Haymann (* 16. Oktober 1909) und Annelies (* 31. Mai 1916).

Die Töchter waren sehr sportlich, wanderten gerne, ruderten auf dem Bodensee und gingen in der Freizeit auch oft schwimmen. Die musikalisch und künstlerisch begabte Annelies gab ihrer Cousine Margot Heim Geigenunterricht und weckte in ihr die Freude an der Musik. Annelies und auch Gerda waren Mitglieder im zionistischen Jugendbund.

Gerda gelang es bereits im Januar 1935 Deutschland über Jugoslawien zu verlassen und floh nach Palästina, hier lebte und arbeitete sie in einem Kibbuz, wo sie aber bereits wenige Jahre nach ihrer Ankunft starb.

Friedel Haymann (links) mit ihrer Schwester Annelies Mai 1991

Friedel Haymann (links) mit ihrer Schwester Annelies
Mai 1991

Die Mutter wurde 1937 gezwungen, das Unter­nehmen aufzulösen. 1937 zog sie mit ihren Töchtern Annelies und Friedel in eine Wohnung am Stephansplatz 1. Friedels Schwester Annelies gelang es, im April 1939 nach England zu flüchten, Friedel folgte wenige Monate später, im Sommer 1939. In England durften beide Schwestern eine Krankenpflegeschule besuchen und sich zu Krankenschwestern ausbilden lassen. Diesen Beruf haben beide Schwestern mit Hingabe ihr ganzes Leben ausgeübt.

Friedel und Annelies Haymann hatten beabsichtigt, ihre Mutter nach England nachreisen zu lassen, doch war dies nach Ausbruch des 2. Weltkrieges nicht mehr möglich. So konnten sie auch nicht verhindern, dass ihre Mutter gemeinsam mit 111 weiteren jüdischen Mitbürgern aus Konstanz am 22. Oktober 1940 in das südfranzösische Gurs deportiert wurde. Nach knapp 2 Jahren Aufenthalt unter menschenunwürdigen Bedingungen in süd­franzö­sischen Lagern wurde Sofie Haymann am 28. August 1942 über Drancy nach Auschwitz deportiert. Dort wurde sie noch am Ankunftstag, dem 31. August 1942, vergast.

Friedels Schwester Annelies kehrte in den späteren Jahren regelmässig nach Europa zurück, um ihre Schwester Friedel und andere Verwandte zu treffen.

Friedel Haymann starb im Jahr 1995.

 

 

 

 

Recherche: Petra Quintini

Patenschaft: Helena von Sondern

Quellen:

- Onlineversion von : Das Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945) http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/index.html.de

-Stadtarchiv Konstanz: Einwohnermeldekartei

-Stadtarchiv Konstanz:  Adressbücher

-Briefe, Eintrag Poesiealbum Privatarchiv Margot Dreifuss-Heim

-Briefe, Fotos, Erinnerungsband Annelies Haymann, Privatarchiv Ursula Meißner

-Erinnerungen von Margot Dreifuss-Heim, Ursula Meißner und Heide Mayer

-Staatsarchiv Freiburg, Akte StAF P 303/4 2409