Stolpersteine Konstanz

Annelies HAYMANN   1916  -  2001

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Annelies HAYMANN   1916  -  2001

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Annelies HAYMANN   1916  -  2001

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1916 geb. in Konstanz

 

1939 Flucht nach England

1945 Israel

 

überlebt

 

haus_brauneggerstr_51_Mai_2012

Brauneggerstr. 51  heute
(2012)

stein_haymann_anneliesStolperstein für Annelies Haymann
verlegt am 18.05.2012

Tochter von Max Haymann und Sofie Haymann, Schwestern: Friedel Haymann, Gerda Haymann

Annelies Haymann wurde am 31.Mai 1916 als Tochter von Max Haymann und Sofie Haymann in Konstanz geboren. Ihre Schwestern waren Friedel Haymann (* 28.03.1908) und Gerda Haymann (*­ 16.10.1909).

Annelies HAYMANN

Annelies HAYMANN

 

Die Schwestern waren sehr sportlich, wanderten gerne, ruderten auf dem Bodensee und gingen in der Freizeit auch oft schwimmen. Die musikalisch und künstlerisch begabte Annelies gab ihrer Cousine Margot Heim Geigenunterricht und weckte in ihr die Freude an der Musik. Annelies und auch Gerda waren Mitglieder im zionistischen Jugendbund.

Annelies' Eintrag ins "Poesiealbum" von Margot Heim Vergrössern: auf Bild klicken

Annelies' Eintrag ins "Poesiealbum" von Margot Heim
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Die Mutter wurde 1937 gezwungen, das Unternehmen ihres verstorbenen Mannes aufzulösen. 1937 zog sie mit ihren Töchtern Annelies und Friedel in eine Wohnung am Stephansplatz 1.

Annelies gelang es im April 1939 nach England zu flüchten, ihre Schwester Friedel folgte ihr wenige Monate später. In England durften die Schwestern eine Krankenpflegeschule besuchen und sich zu Kran­ken­schwestern ausbilden zu lassen. Diesen Beruf haben beide mit Hingabe ihr ganzes Leben ausgeübt.

haymann_annelies_krankenschwester
Annelies  Haymann als Krankenschwester

Friedel und Annelies Haymann hatten beabsichtigt, ihre Mutter nach England nachreisen zu lassen, doch war dies nach Ausbruch des 2. Weltkrieges nicht mehr möglich. So konnten sie auch nicht verhindern, dass ihre Mutter gemeinsam mit 111 weiteren jüdischen Mitbürgern aus Konstanz am 22. Oktober 1940  in das südfranzösische Gurs deportiert wurde. Nach knapp 2 Jahren Aufenthalt unter menschenunwürdigen Bedin­gungen in den südfranzösischen Lagern wurde Sofie Haymann am 28. August 1942 über Drancy nach Auschwitz deportiert. Dort wurde sie noch am Ankunftstag, dem 31. August 1942, vergast.

Annelies zog nach Kriegsende nach Israel. Hier wurde sie Oberschwester und Lehrschwester an einer Einrichtung für psychisch kranke Frauen.

haymann_annelies_krankenschwester_israelAnnelies  HAYMANN (rechts) als Krankenschwester in Israel

Mit großem Engagement setzte sich Annelies für ihr Land und ihre Patientinnen ein, sie war hilfsbereit und zupackend. Regelmäßig kehrte Annelies in den späteren Jahren nach Europa zurück, um ihre Schwester Friedel und andere Verwandte zu treffen. Trotz allem, was geschehen war, liebte sie ihre frühere Heimat am Bodensee und fand während ihrer Ferien hier viele neue Freundschaften. Der Tod ihrer Schwester Friedel 1995 setzte ihr schwer zu. Am 23. Oktober 2001 starb sie in einem Altersheim in Naharia.

 

Recherche: Petra Quintini

Patenschaft: Gabi Henger

Quellen:

- Onlineversion von : Das Gedenkbuch des Bundesarchivs für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung in Deutschland (1933-1945) http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/index.html.de

-Stadtarchiv Konstanz: Einwohnermeldekartei

-Stadtarchiv Konstanz:  Adressbücher

-Briefe, Eintrag Poesiealbum Privatarchiv Margot Dreifuss-Heim

-Briefe, Fotos, Erinnerungsband Annelies Haymann, Privatarchiv Ursula Meißner

-Erinnerungen von Margot Dreifuss-Heim, Ursula Meißner und Heide Mayer

-Staatsarchiv Freiburg, Akte StAF P 303/4 2409