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Navigation: Steine nach Strassen

Wilma HAISCH  1879 - 1940

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geb. 30.07.1879, Heidenheim

EINGEWIESEN 1924

HEILANSTALT REICHENAU

„VERLEGT“ 17.06.1940

GRAFENECK

AKTION T4

ERMORDET 17.06.1940

 

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Kanzleistr. 1  heute
(2014)

Bild: Wolfram Mikuteit

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Stolperstein für  WIlma HAISCH
verlegt am 27.06.2014

 

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Wilma HAISCH, vordere Reihe, 2. v.l.,
mit einem Teil der Familie

Quelle: Privatarchiv

 

Wilma Haisch wurde am 30.07.1879 in Heidenheim /Brenz geboren. Sie war ein Zwillingskind und kam 10 Wochen zu früh auf die Welt. Der Bruder starb wenige Stunden nach der Geburt. Schon bald zogen die Eltern, Christian und Emilie Haisch, die in Heidenheim eine Zigarrenfabrik besaßen, mit ihr und den 22 (!) Geschwistern nach Konstanz. Dort erbau­ten die Eltern das Backsteinhaus Ecke Kanzlei­straße 1 / Marktstätte, in dem sie im Erdgeschoss eine Tabakwaren­handlung eröffneten.

Als Frühchen blieb Wilma immer ein schwächliches und sehr sensibles Kind, sie war aber als intelli­gentes und lerneifriges Mädchen eine gute Schülerin. Wie zu der Zeit üblich, kam sie als „Tochter aus gutem Hause“ später in ein Pensionat und anschließend, zur weiteren Entwicklung zur Ehefrau eines Gemahls entsprechenden Standes, in ein evang. Pfarrhaus. In dieser Zeit erkrankte sie psychisch-geistig und sie verfiel in Schwermut auf Grund einer unglücklichen Beziehung zu einem verheirateten Mann und einer Fehlgeburt.

Sie lebte ab dann – unterbrochen von etlichen Aufenthalten in verschiedenen psychiatrischen Kliniken wie Tübingen oder Urach – immer wieder bei den Eltern. Doch als diese selbst alt und pflegebedürftig wurden, gaben sie ihre Tochter Wilma ganz in die Obhut der damals sogenannten Heil- und Pflegeanstalt Reichenau. Immer wieder fragte sie dort nach ihrem Mann, weinte und wollte zu ihrem Kind. Auch suchte sie in ihrer Not einen Halt im Bibellesen und in der Religion. Dies wuchs sich im Lauf der Jahre zu einem religiösen Wahn aus.

Am 17.06.1940 wurde Wilma Haisch angeblich – laut Krankenakte – nach Zwiefalten überführt. Tatsächlich aber wurde sie an diesem Tag mit einem der ersten Patiententransporte der Klinik Reichenau in die Tötungsanstalt Grafeneck gebracht und am Ankunftstag ermordet.

 

Recherche: Rosmarie Lindner (geb. Haisch)

Patenschaft: Andrea Siedow

Quellen:

Privatarchiv Lindner

Krankenakte Bundesarchiv Berlin

Opferliste Gedenkstätte Grafeneck (Privatarchiv Didra)