Stolpersteine Konstanz

Sofie Anna BOLL,   1912 - 1940

Inhaltsverzeichnis zeigen/verbergen

Sofie Anna BOLL,   1912 - 1940

zurück weiter  

Sofie Anna BOLL,   1912 - 1940

zurück weiter zum Drucken muss Javascript aktiviert sein Helfen Sie Fehler zu beseitigen!  

1912: geb. am 1. Aug. in Konstanz

1915: Eingewiesen St. Josefsheim Herten

1940: "verlegt" Grafeneck

1940: ermordet 21. Aug.,
Aktion T4

 

Bild grösser: anklicken

Sankt-Johann-Gasse 5 heute
(2015)

vergrößern: Bild anklicken

 

Bild grösser: anklicken

Stolperstein für Sofie Anna BOLL
verlegt am 13.09.2015

 

vergrößern: Bild anklicken

 

Sofie Anna Boll wurde am 1. August 1912 in Konstanz geboren. Ihr Leben, das 28 Jahre später in der Tötungsanstalt Grafeneck beendet wurde, lässt sich lediglich anhand nüchterner Daten rekon­struieren. Nachkommen gibt es nicht, die Geschwister sind verstorben und Krankenakten nicht mehr auffindbar.

Sofie Anna Boll war das Kind von Elisabeth Boll, geb. Frey aus Leutkirch und Karl Boll aus Pfullendorf. Sie hatte noch 7 weitere Geschwister, die älteste Schwester kam 1903 in Pfullendorf zur Welt, die jüngste Schwester 1914 in Konstanz. Alle Kinder wurden katholisch getauft.

Der Vater arbeitete als Taglöhner, die Familie wohnte u.a. in der Gottlieber Str., der Niederburg­gasse und zuletzt in der St. Johanngasse 5.

Mit zweieinhalb Jahren, am 10. März 1915, wurde die kleine Anna im kath. Kinderheim Herten bei Lörrach aufgenommen. Der Grund dafür, ob Krankheit oder Behinderung, wird ein Geheimnis bleiben. Ein halbes Jahr danach zog die Familie nach Singen.

Sofie Anna Boll blieb ihr ganzes Leben im Kinderheim Herten, bis sie 25 Jahre später in die Tötungs­maschinerie der Button geriet. Mehr als 300 Pfleglinge wurden in fünf Verlegetransporten zur tödlichen Endstation gebracht. Am 26. Juli 1940 wurde Sofie Anna Boll, mit dem ersten Transport, zusammen mit 67 anderen Mädchen und jungen Frauen zunächst in die Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen gebracht.

Vier Wochen später, am 21. August 1940, wurde sie nach Grafeneck deportiert und am selben Tag vergast und ihr Leichnam verbrannt.

 

 

 

 

 

 

Recherche: Roland Didra

Patenschaft: Dr. Christoph Schulz

Quellen:

Archiv St. Josefshaus Herten

Dokumentation des St. Josefshauses Herten "...die Zahlen mussten stimmen"

Stadtarchiv Konstanz / Einwohnermeldekarte