Stolpersteine Konstanz

Wilhelm BLANKE, 1904 - 1944

Inhaltsverzeichnis zeigen/verbergen

Wilhelm BLANKE, 1904 - 1944

zurück weiter  

Wilhelm BLANKE, 1904 - 1944

zurück weiter zum Drucken muss Javascript aktiviert sein Helfen Sie Fehler zu beseitigen!  

Verhaftet JULI 1944

SPIONAGE FÜR RESISTANCE

KRIEGSGERICHT PARIS

TODESURTEIL

Hingerichtet 7.12.1944

BRANDENBURG-GÖRDEN

Bild grösser: anklicken

Schottenplatz 2
Humboldt-Gymnasium
heute (April 2017)

 

Foto: © Wolfram  Mikuteit

Bild grösser: anklicken

Stolperstein für Wilhelm BLANKE
verlegt am 03.05.2017

 

Bild grösser: anklicken

Wilhelm BLANKE
Foto vor 1939
 
Quelle: GDW/PB Roswitha Möhl-Blanke

 

Wilhelm Blanke kam am 29. Januar 1904 in Emmishofen (heute ein Ortsteil von Kreuzlingen) als viertes Kind des Konstanzer Verlegers Johannes Blanke und seiner Frau Emma, geb. Lindenmaier zur Welt.

Wie seine Brüder besuchte Wilhelm das Gymnasium in Konstanz und schloss es mit 19 Jahren mit der Matura ab. Eine kaufmännische Ausbildung folgte, und durch seine ausgesprochene Sprachbegabung nahm er eine Tätigkeit als Fremdsprachen-Korre­spon­dent auf.

Wilhelm Blanke stammte aus einem national gesinnten Hause, gelangte aber bald schon zu sozialdemo­kratischen Überzeugungen und engagierte sich 1937/38 - ohne dies der Familie gegenüber bekannt zu machen - eine Zeit lang in Barcelona auf Seiten der spanischen Republik.

Zu Kriegsbeginn als Soldat eingezogen wurde Blanke wegen seiner guten fremdsprachlichen Kenntnisse nach Frankreich versetzt und kam in das Hôtel Majéstic in Paris.

 

Bild grösser: anklicken

Bild grösser: anklicken

Wilhelm BLANKEs Rolle im Widerstand,
Berichte von Zeitzeugen
 
Quelle: "Südkurier", 20.07.1984

 

Bild grösser: anklicken

Wilhelm BLANKE
als Wehrmachtsangehöriger
Foto ca. 1942
 
Quelle: GDW/PB Roswitha Möhl-Blanke

 

 

 

Im Verwaltungsstab des Militär­befehlshabers im besetz­ten Frankreich, General Carl-Heinrich von Stülp­nagel, arbeitete er in der Dienststellung Sonder­führer im Offiziersrang in der Zentralabteilung als Dolmetscher.

Es muss um 1942 gewesen sein, dass Wilhelm Blanke Kontakt zur Opposition im Untergrund aufnahm. Mitglieder der Résistance, die gefangen genommen wurden, stellten fest, dass Blanke bei den Verhören zu ihren Gunsten übersetzte.

 

Bild grösser: anklicken

Wilhelm BLANKE
Foto vor 1939
 
Quelle: GDW/PB Roswitha Möhl-Blanke

 

Eine französische Adlige, Janine Bouissounouse-de Villefosse, erinnerte sich, dass die Informationen, die Blanke lieferte, für die Résistance von erstrangiger Bedeutung waren. Blanke lieferte Angehörigen der Résistance streng geheime Wehrmachtsberichte, die diese nach London übermittelten. Wichtige Informa­tionen, wie die Warnung vor Verhaftungen gelangten in die Hände der Résistance. Um sich noch besser zu tarnen, gelang es Blanke, eine Bescheinigung zum Tragen von Zivilkleidung zu erhalten.

 

 

Wilhelm Blanke hatte Kenntnis von der kritischen Einstellung seines Vorgesetzten General Carl-Heinrich von Stülpnagel, schloss sich aber dem Widerstand der Wehrmachtsoffiziere gegen Hitler nicht an, sondern zog es vor, über direkte Kontakte mit der Résistance zusammenzuarbeiten.

 

Er wurde verraten, im Juni 1944 festgenommen und kam zunächst in das Wehr­machts­gefängnis Fresnes, später nach Belfort.

 

In einem Brief aus dem Untersuchungsgefängnis schrieb Wilhelm Blanke am 10. Juli 1944 an seine Verwandten:

…. Wenn man mein Andenken auch jetzt noch nicht in Ehren halten darf, so wird dies in Zukunft anders werden, das ist meine feste Über­zeugung. Mein Opfer wird nicht umsonst gewesen sein….

 

 

Nach Deutschland überführt, kommt Wilhelm Blancke in die Wehrmachtshaftanstalt Torgau. Am 21. Juli 1944 wurde er wegen „Feindbegünstigung und Spionage“ vom Wehrmachtsgericht der Division 463 in Potsdam zum Tode verurteilt.

 

 

Wenige Tage vor seinem Tod schrieb Blanke an seine Braut Marianne Stamm. In seinem Abschiedsbrief heißt es: Ich muß Abschied von Dir nehmen. In unendlicher Rührung und überströmender Liebe umarme ich Dich zum letzten Male, meine liebste Herzi. Mein letzter Gedanke gilt Dir. Ich hatte so schöne Pläne für uns beide gemacht, sie sollten dich dann überraschen. Liebe Menschen werden meine Stelle ersetzen. Dein Wilhelm.

 

 

Am 7. Dezember 1944 wurde Wilhelm Blanke im Zuchthaus Brandenburg-Görden ermordet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Recherche: Andreas Herbst
(Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

 

Patenschaft: Roswitha Möhl-Blanke

Quellen:

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

PB Roswitha Möhl-Blanke