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Stolpersteine Konstanz

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Salomon ALEXANDER   geb. 1873

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geb.: 21.12.1873 in Lopuszno / österreich-Ungarn

Fabrikarbeiter, später eigene Pfandleihe

 

7.10.1936 Flucht nach Palästina (Haifa)

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Schulthaissstr. 9
heute  (Okt 2012)

 

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Stolperstein für Salomon Alexander
verlegt am 22.5.2009

 

verheiratet mit Berta Alexander, geb. Hilarwitsch; Kinder: Siegmund, Albert, Simon, Anna, und Josef ALEXANDER

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Salomon Alexander
(Bild entstanden zwischen 1916 - 1920)
Quelle: privat

 

Salomon Alexander wurde 1873 im jüdischen Schtetl Lopuzno geboren.   Lopuszno liegt in der Bukowina und gehörte damals zum öster­reichischen Kronland Galizien; heute gehört Lopuszno zur Ukraine.

Als junger Mann lebte Salomon Alexander in Warschau, wo er mit seiner Frau Berta, geb. Hilarwitsch (geb. 15.7.1875 in Warschau, gestorben 6.2.1932)  zwei Söhne hatte, Sigmund und Albert.

1901 kommt er zunächst alleine nach Konstanz, als Fabrikarbeiter, holt aber nach kurzer Zeit Frau und beide Söhne nach. 1901 kommt der 3. Sohn Simon in Konstanz zur Welt, 1902 Josef und 1904 Tochter Anna. Während des 1. Weltkrieges meldet er sich 1916 43jährig freiwillig zum Heer und dient dort bis zum Kriegsende. Nach dem Krieg hat er über viele Jahre eine eigene "Feilträgerei" (Pfandleihe, Gebraucht­warenhandlung) in der Hussenstraße 54 und wohnt lange Zeit in der Bodanstr. 37.

Im Februar 1932 stirbt seine Frau im Alter von 55 Jahren nach langer Krankheit. 1933 erleidet er als jüdischer Geschäftsmann schon in den ersten Monaten nach der Machtergreifung die ersten tätlichen Übergriffe der Nazis und muss sein Geschäft schließen. Im November 1933 zieht er mit seiner Tochter Anna in den 2. Stock der Schulthaißstr. 9, sein Sohn Simon lebt bereits dort.

Anna, die als Modistin arbeitet, bemüht sich in zunehmend bedrohlicher Umgebung bereits sehr früh um ein Visum und kann am 17.12.1934 nach Zypern emigrieren. Von dort gelangt sie nach Palästina. Durch ihre Heirat mit Ernst Jaari (von der Wall), der bereits in Palästina lebt, kann sie die palästinische Staats­angehörigkeit erwerben. Sie überlebt im heutigen Israel und wird erst Jahre später mit ihrem Mann in die Schweiz ziehen, wo sie 1987 stirbt.

Auch Salomon bemüht sich um baldige Auswanderung, am 07.10.1936 verlässt er 63jährig Konstanz nach Haifa und muss seine vier Söhne und inzwischen vier Enkelkinder zurücklassen.

Am 24. Nov. 1938 wurde er Staatsbürger von Palästina.

Zwei seiner Söhne, Albert Alexander und Simon Alexander werden 1942 in Auschwitz ermordet.

 

Das Sterbedatum und der Sterbeort von Alexander Salomon konnten nicht ermittelt werden.

 

 

 

 

 

Recherche: Bernd Wunder, Petra Quintini;
Uwe Brügmann

Patenschaft: Sparkasse Bodensee

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Familie ALEXANDER
v.l.n.r.: Simon A., Berta A., Salomon A.,
stehend Bildmitte: Siegmund A.; Albert A.,  Anna A., Josef A.
(Bild entstanden zwischen 1916 und 1920).

Quelle: privat

Quellen: