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Albert ALEXANDER 1897 - 1942

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Geboren: 25.12.1897 in Warschau

 

04.05.1940 KZ Dachau

05.07.1941 KZ Buchenwald

17.10.1942 KZ Auschwitz

 

Ermordet: 09.12.1942

 

letzter selbstgewählter Wohnort von Albert Alexander

Haus Rosgartenstrasse 16 heute

(2008)

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Stolperstein für Albert Alexander

verlegt am 17. März 2008

Geschwister: Siegmund (Exil, überlebt); Simon Alexander; Josef (Exil, überlebt); Anna, verh. Jaari (überlebt)

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Albert Alexander, ca. 1916

 

Albert Alexander wurde am 25.12.1897 in Warschau geboren. Mit seinen Eltern Salomon und Berta Alexander und Bruder Siegmund zog er 1901 nach Konstanz. In Konstanz wurden seine Geschwister Simon, Anna und Joseph geboren.

Von 1916 – 1918 war er Kriegsfreiwilliger, geriet am 5. November 1918 in britische Gefangenschaft.

Seit dem 23. September 1920 war Albert Alexander in Konstanz mit eigenem Wohnsitz gemeldet. Er arbeitete als Schneidermeister.

 

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Meldekarte Albert ALEXANDER, Stadtarchiv Konstanz

 

Am 20. April 1933 heiratete er Frieda Hohermuth. Die Eltern seiner Frau stammten aus dem Thurgau. Frieda Hohermuth, 1908 in Konstanz geboren, war bis zu ihrer Hochzeit ebenfalls Schweizer Staats­bürgerin. Sie war evangelisch getauft und keine Jüdin. Die Ehe von Albert und Frieda Alexander war also nach der NS-Diktion eine „Mischehe“. Ehen zwischen Juden und Nichtjuden waren in Konstanz eher die Ausnahme.

Als letzter Wohnsitz ist auf der Einwohnermelde­karte am 03. Juli 1939 eingetragen: Rosgartenstr. 16.

Albert Alexander war von 1924 bis 1930 SPD-Mitglied.

Eine Einreisesperre in die Schweiz wurde am 7. Oktober 1938 von der Eidgenössischen Fremden­polizei über das Ehepaar verhängt. Frieda hatte bis August 1938 in Kreuzlingen gear­bei­tet und auch die Gräber ihrer Angehörigen in Kreuz­lingen gepflegt.

 

Am 2.10.1939 musste das kinderlose Ehepaar Albert und Frieda Alexander ein Zimmer ihrer Wohnung an einen jüdischen Mitbürger aus Konstanz, Albert Rosenfeld, abtreten. Dieser hatte sein Haus in der Kreuzlinger Str. 5 auf Druck der städtischen Wohnungs­behörde räumen müssen.

Wegen "deutschfeindlichem Verhalten" wurde Albert Alexander am 29.02.1940 von der Gestapo Konstanz in "Schutzhaft" genommen und am 4.5.1940 in eingeliefert. In Dachau hatte er die Häftlingsnummer 7200.

 

Am 5.7.1941 wurde Albert Alexander in das verlegt; hier hatte er die Häftlings­nummer 7148.

 

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Karteikarte Albert ALEXANDRER aus dem KZ Buchenwald

 

 

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Karteikarte Albert ALEXANDER, KZ Buchenwald

 

 

Am 17. Oktober 1942 schließlich wurde er in das KZ gebracht, wo er am 9. Dezember 1942 im Alter von 44 Jahren ermordet wurde.

 

 

Albert Rosenfeld, der „Untermieter“, blieb noch knapp 8 Monate in der Wohnung des Ehepaars Alexander, bis er am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert wurde und dort am 5.11.1940 den Tod fand.

 
Albert Alexanders Frau Frieda wurde nach der Verhaftung ihres Mannes offensichtlich von den Behörden nicht behelligt, da sie keine Jüdin war. Sie wohnte noch zwei Jahre in Konstanz  in der Huetlin-straße 8 und übersiedelte 1942 nach Schopfheim.

 

 

 

Recherche: Hendrik Riemer / Uwe Brügmann

Patenschaft: Familie Bueb

Quellen:

Archiv KZ Dachau

Stadtarchiv Konstanz

Archiv E. Roy Wiehn, Konstanz