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Nächste Stolpersteinverlegungen voraussichtlich
im Oktober 2019
 

Berichte von den Stolperstein-Mahnwachen am 8. November 2018

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"... es war ein eindrückliches Erlebnis für mich mit vielen guten Gesprächen und im Anschluss habe ich Mails aus Zürich und Israel von Angehörigen der Opfer bekommen, die sich bedankt haben. Das zieht wirklich Kreise.  ... "

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"Der Stolperstein vor unserer Tür ist in Gedenken an Benno Bosch. Die Kinder unserer Straße haben Bilder gemalt und haben mit Kreide Blumen, Herzen und Pferde gemalt. “Das hätte dem kleinen Benno gefallen!” war die einstimmige Meinung unserer “Straßenkinder”. Die niedergelegten Blumen und die Kerzen haben für große Aufmerksamkeit gesorgt. Viele Menschen blieben stehen und lasen den Lebenslauf des kleinen Jungen. Viele Gespräche sind spontan - auch unter Fremden - entstanden; wir als Anwohner und Beschäftigte im Dolce Vita haben Menschen erklärt, was wir hier machen und worauf wir aufmerksam machen möchten. Die Stolpersteine sind wieder besser in den Fokus gekommen und das Erinnern und Gedenken förderte die Toleranz und das Bewusstsein."

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" ... Und nächstes Jahr auch gerne wieder, wenn ich noch krabbeln kann ..."

 

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"... Es waren überraschend viele Menschen, die Halt machten. Menschen, mit denen tiefgehende Gespräche möglich waren. Nach einer vollen Stunde und mit einem vollen Herzen räumte ich meine Utensilien zusammen, die Biographien (8 Exemplare A4) waren restlos weg   ... "

24.01.2019
19.30 - 21.00 Uhr

vhs, Katzgasse 7
 

Juna Grossmann:

"Schonzeit vorbei -- Über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus"

Juna Grossmann arbeitet in einer NS-Gedenkstätte und beobachtet seit Jahren, wie offene judenfeindliche Angriffe zunehmen, lauter werden, bedrohlicher. In ihrem Vortrag schildert die jüdische Deutsche das Leben unter diesem permanenten antisemitischen Beschuss, berichtet vom Wachsen einer Angst, die sie vor einigen Jahren noch nicht kannte, und davon, wie sie eines Tages merkte, dass auch sie mittlerweile auf gepackten Koffern lebt, bereit zur Flucht vor dem Hass. Weil sie sich damit nicht abfinden will, geht sie in die Öffentlichkeit und appelliert an die Mitbürger: „Steht zu uns, helft uns, greift ein! Denn auch für euch ist die Schonzeit vorbei." - ein erschütternder Bericht der alltäglichen Judenhetze – und ein aufrüttelnder Appell
 
Juna Grossmann  hat Sonderpädagogik studiert und verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit für Gedenkstätten und Museen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin erstellte sie die Ausstellung »Kriegsgefangene Rotarmistinnen im KZ. Sowjetische Militärmedizinerinnen in Ravensbrück.« Seit 2009 leitet sie das Ausstellungsbüro eines Berliner Museums. Nebenher ist sie Beraterin für Social Media Auftritte für Gedenkstätten und Kultureinrichtungen. Seit 2008 betreibt Juna Grossmann den Blog irgendwiejuedisch.com und engagiert sich ehrenamtlich bei rentajew.org.

 

Veranstalterinnen: vhs + Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region + Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V. + Jüdische Gemeinde Konstanz e.V. + Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“

 

27.01.2019

Kulturzentrum am Münster,
Wolkensteinsaal
19.30 - 21.00 Uhr

Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2019

Eintritt frei

„Wie Dachau an den See kam“
Filmvorführung und Gespräch

Am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, wird in einer Gedenkveranstaltung der regionalhistorische Dokumentarfilm „Wie Dachau an den See kam …“ zur Geschichte des KZ-Außenlagers in Überlingen gezeigt. Es ist geplant, dass an diesem Abend neben dem Filmemacher Jürgen Weber auch die Überlinger Zeitzeugin Grete Leutz anwesend sein wird. Als junge Frau wurde sie fast täglich Zeugin des Zuges der KZ-Häftlinge vom Lager Aufkirch zur Überlinger Stollenanlage. In der Außenstelle Überlingen des KZ Dachau mussten ab Oktober 1944 rund 800 Häftlinge einen Stollen in den Molassefelsen treiben, um die Friedrichshafener Rüstungsindustrie am Bodensee „bombensicher“ unterzubringen. Bis April 1945 liefen viermal pro Tag die Kolonnen der Häftlinge - schwer bewacht durch die SS - durch den Überlinger Westen.

Der Film zeichnet mit Aussagen zweier ehemaliger Häftlinge, mit den Erinnerungen von damals jungen Menschen aus Überlingen und mit Fachleuten die Geschichte der KZ-Außenstelle Überlingen nach. Aufgrund seiner regionalhistorischen Bedeutung und teilweise einmaliger Interviews mit Zeitzeugen und Zeitzeuginnen wurde der Film aus dem Jahr 1995 als Retrospektive 2017 neu in der Reihe „Zeitgeschichtliche Kurz- und Dokumentarfilme“ aufgelegt.

 

Veranstalterinnen: Initiative Stolpersteine – Gegen Vergessen und Intoleranz + Kulturamt der Stadt Konstanz + vhs Landkreis Konstanz e. V. + Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region + Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V. + Jüdische Gemeinde Konstanz e.V. + VVN-BdA Konstanz

18.03.2019
19.30 - 21.00 Uhr

Vortrag mit Gespräch

Rainer Höß
Das Erbe des Kommandanten

Von allen Täterfiguren des Dritten Reiches ist die des millionenfachen Auftragsmörders Rudolf Höß eine der verstörendsten. Ein Mann, der sich selbst 'ein weiches, fühlendes Herz' bescheinigte und der zugleich mit kalter Akribie die Massenvernichtung im Konzentrationslager Auschwitz betrieb und beschrieb. Rainer Höß musste den Holocaust nicht miterleben, dennoch bestimmen die Verbrechen der Nazis sein Leben. Es liegt an seinem Erbe: Er ist Enkel des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß.

 

Veranstalterinnen:  vhs Landkreis Konstanz e. V.   +   Initiative Stolpersteine – Gegen Vergessen und Intoleranz

 

Donnerstag,
4. April 2019

17.00 - 18.30
Treffpunkt: Gedenk-Obelisk
Sigismundstraße

Lageplan

Rundgang zu Stolpersteinen in Konstanz

Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus: Juden, politisch und religiös Verfolgte, T4-Opfer („Euthanasie“opfer), Homosexuelle, Sinti und Roma. Diese kleinen Steine im Ausmaß von 10 x 10 Zentimetern im Straßenpflaster sind dezentrale, auf einzelne Personen bezogene Erinnerungsmahnmale. In Europa wurden bis Ende 2018 ca. 70.000 Stolpersteine verlegt. Die Initiative „Stolpersteine Konstanz - gegen Vergessen und Intoleranz“ hat seit 2006 in Konstanz 225 und in der benachbarten Schweiz 3 solcher Steine verlegt. Die Stolpersteine sind ein Kunstprojekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig, der für diese Idee mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Stolpersteine sind ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur über unsere jüngste Vergangenheit. Bei dem von Dr. Uwe Brügmann geführten Rundgang durch die Konstanzer Innenstadt werden ausgewählte Biografien von Opfern des nationalsozialistischen Terrors ausführlich und exemplarisch vorgestellt. Der Rundgang dauert etwa 90 Minuten.

 

Freitag,
03.05.2019

vhs Konstanz, Katzgasse 7
19.30 - 21.00 Uhr

 

Thomas Wilms:
„Auschwitz als Steinbruch - Was von den NS-Verbrechen bleibt“
 

Wie die Verbrechen des NS-Regimes vergegenwärtigt werden, ist zunehmend einem ökonomischen und ideologischen Markt überlassen. Aus dem Zusammenhang gerissene Bilder haben bereits maßgeblichen Einfluss auf das Geschichtsbild. Dieser Prozess ist international und überlagert nationenspezifische geschichtspolitische Probleme. Thomas Willms stellt dar, was von den NS-Verbrechen bleibt, welche Aspekte der Erinnerungen von Zeitzeugen von Anfang an ignoriert wurden und welche Missverständnisse die Vorstellungen über Konzentrationslager bestimmen. In Essays, Analysen und Recherchen befragt er literarische und philosophische Werke, Museen, Filme, Fernsehserien, Graphic Novels, ein Puppenspiel und die Reenactment-Bewegung danach, wie apologetisch oder aufklärerisch sie sich mit dem Zweiten Weltkrieg und den deutschen Massenverbrechen auseinandersetzen. Die Streifzüge beginnen in Italien und führen über Deutschland, Frankreich, Polen und Großbritannien in die USA.

 

 

14.05.2019

19.30 - 21.00 Uhr
vhs, Katzgasse 7

Dr. Dorothee Schmitz-Köster

Raubkind
"Von der SS nach Deutschland verschleppt"

Die Journalistin Dorothee Schmitz-Köster bringt Licht in ein immer noch dunkles Stück deutscher Zeitgeschichte. Klaus B. ist Mitte Siebzig, als sein ordentliches Leben aus den Fugen gerät. Er erfährt, dass er als Kind Opfer eines Verbrechens wurde. Er selbst kann sich an nichts erinnern. Mit Hilfe der Journalistin Dorothee Schmitz findet Klaus B. heraus, dass er in Polen zur Welt gekommen ist. Dass er 1943 seiner Familie geraubt wurde, vermutlich von der SS. Dass sein Name und seine Herkunft mit Hilfe des »Lebensborn« gefälscht wurden, der ihn dann bei linientreuen deutschen Pflegeeltern unterbrachte. Klaus B. und Dorothee Schmitz-Köster lernen: Dieses Schicksal teilten Zehntausende Kinder aus Polen und anderen osteuropäischen Staaten. Sie wurden von nationalsozialistischen »Rassenspezialisten« ausgewählt, ihren Familien entrissen und zur »Germanisierung« nach Deutschland verschleppt. Bis heute wissen viele »Raubkinder« nichts von ihrer Herkunft. Klaus B. macht sich auf die Suche nach seinen Wurzeln und findet eine Familie, die ihn seit sieben Jahrzehnten vermisst.