Stolpersteine Konstanz

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Anfragen: info@stolpersteine-konstanz.de

Nächster Treff der Stolperstein-Initiative:
 
Dienstag,  10.04.2017, 19:30 Uhr (!!!)

vhs Konstanz, Katzgasse 7

Raum 2.4

"Neue" stets willkommen !

 

 

Nächste Verlegung von Stolpersteinen
in Konstanz:

09.07.2018
ab 13:30 Uhr

 

18. März 2018
19:30 Uhr

Astoria-Saal,
Katzgasse 7, Konstanz
Kulturzentrum am Münster

Prof. Dr. E. Roy Wiehn:

Wie hat das geschehen können?

In Erinnerung an Fritz Ottenheimer (1925 - 2017)

 


(als PDF-Download)

Fritz Oppenheimer war ein Ur-Konstanzer mit großem Herzen. Weil er Jude war, wurde er schon als Kind gedemütigt, ausgegrenzt, entrichtet, und konnte mit seiner Familie erst Anfang 1939 in die USA entkommen. Er nahm als junger Mann am Zweiten Weltkrieg teil und wurde Ingenieur.

Auf Einladung der Stadt Konstanz kehrte er zusammen mit anderen ehemaligen Konstanzer Jüdinnen und Juden im September 1986 für eine Woche erstmals offiziell wieder in seine Geburtsstadt Konstanz zurück.

In seiner Abschiedsabsprache sagte er damals: „Obwohl wir Konstanz nie vergessen haben, haben wir oft gedacht: 'Hat Konstanz uns vergessen?' Und das war eine sehr schwere Frage. Aber nach dieser Woche sind wir überzeugt, dass Konstanz und nicht vergessen hat. … Obwohl wir der neuen Heimat treu sind, können wir doch sagen: „jetzt simmer au wieder Konschdanzer!“

Zur Verlegung der Stolpersteine für seine Familie war Fritz Oppenheimer im März 2008 wieder in Konstanz. Er war eine Seele von Mensch und bleibt unvergessen. Am 20. Juli 2017 ist Fritz Ortsname verstorben. An seinem 93. Geburtstag am 18. März 2018 soll mit diesem Rückblick auf sein Leben seiner gedacht werden.

Termin: 18. März 2018

Zeit: 19:30 - 21:00 Uhr

Ort: Astoria-Saal, Katzgasse 7, 78462 Konstanz

Eintritt:frei

Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturamt der Stadt Konstanz, Volkshochschule Landkreis Konstanz e.V.

 

Freitag, 23. März 2018

19 (!) Uhr im Astoria-Saal

Volkshochschule Konstanz

Katzgasse 7

Susanne Pauli,
NS-Familien-Geschichte e.V., Göttingen

„Die Ordnungspolizei — ihre Verbrechen in Italien (1943 bis 1945) und an anderen Orten“

 

Dass die Wehrmacht zahlreiche Kriegsverbrechen begangen hat, ist mittlerweile bekannt. Bezogen auf die Polizei ist bis heute gängige Meinung, dass der Vernichtungskrieg im Osten und auch die Massaker in West- und Südeuropa in der späteren Phase des Kriegs von „der SS“ durchgeführt wurden. Tatsächlich wurde das Personal der Einsatzgruppen vielerorts zu erheb­lichen Teilen von der Ordnungspolizei gestellt. Ghettos wurden von Ordnungspolizisten bewacht, ebenso die Deportationszüge in die Vernichtungslager.

Die Referentin Susanne Pauli begann ihre familiäre Spurensuche mit einem Foto­album ihres Großvaters aus dem Krieg, ein paar Ortsnamen und einigen Familien­erzählungen.

 

Veranstalter: vhs Landkreis Konstanz e.V., "Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz", VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz und Verlagsedition Querwege®.

 

Weitere Infos unter :
http://www.ns-familien-geschichte.de/veranstaltungen/2018/konstanz-3-2018

27. April, 19:30 Uhr
Treffpunkt Petershausen

Georg-Elser-Platz 1

Henning Fischer

„Überlebende als Akteurinnen“ – Buchvorstellung und Vortrag
Die Frauen der Lagergemeinschaften Ravensbrück: Biografische Erfahrung und politisches Handeln, 1945 bis 1989

 

Die Geschichte der großen NS-Konzentrationslager ist in den letzten Jahrzehnten gut erforscht und publizistisch aufgearbeitet worden. Allerdings stand die Geschichte der Männerlager weit mehr im Fokus als die Lager der Frauen. Durch den Dokumentarfilm „Die Frauen von Ravensbrück“ (2005) von Loretta Walz und das 2016 erschienene Buch „Ohne Haar und ohne Namen“ von Sarah Helm wurden die Biografien der dort Inhaftierten und damit auch der Widerstand von Frauen medial breit wahrgenommenen. Im Mittelpunkt standen dabei zumeist die Jahre der Qual und Erniedrigung in den Lagern. Noch immer wenig dagegen ist über die „Nachgeschichte“ der Überlebenden bekannt.

Der Historiker Henning Fischer hat in einer mehrjährigen intensiven Forschungsarbeit die politischen Lebensgeschichten einer Gruppe von kommunistischen deutschen Überlebenden des KZs Ravensbrück recherchiert und darüber promoviert. In seinem Buch „Überlebende als Akteurinnen“ porträtiert er den Lebensweg dieser Frauen ab der Zeit ihrer Politisierung in der Weimarer Republik, beschreibt ihr Engagement für die KPD und im Widerstand, ihre Jahre in Gefängnissen und Lagern, wo die Kommunistinnen eine solidarische Gemeinschaft bildeten, was ihnen auch die Kritik „stalinistischer Härte gegenüber Mithäftlingen“ einbrachte, und ihre Geschichten und Karrieren in Ost- und Westdeutschland ab 1945 bis in die 1990er Jahre.

Unmittelbar nach ihrer Befreiung gründeten diese Frauen ihre Lagergemeinschaft als gemeinsamen sozialen und politischen Verband. Die meisten von ihnen stürzten sich bald wieder in die politische Arbeit, was – so Fischer – ihre Form der Trauma-Bewältigung war. Nach der Gründung der beiden deutschen Staaten setzten sich die Lebenswege unterschiedlich fort: Die DDR nahm die Ravensbrückerinnen in den Dienst der offiziellen Doktrin des antifaschistischen Staates, an den viele von ihnen bedingungslos glaubten. In der BRD waren sie bis in die 1970er Jahre als Mitglieder der KPD von politischer Repression und sozialer Ausgrenzung betroffen und mussten um Wiedergutmachung kämpfen.

Henning Fischer wird sieben dieser Akteurinnen aus BRD und DDR „in all ihrer Widersprüchlichkeit“ vorstellen. Im Anschluss besteht die Möglich­keit zur Diskussion.

Das Frauen-KZ Ravensbrück
Im Mai 1939 errichteten die Nationalsozialisten das größte deutsche Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück nahe Fürstenberg/Havel, 80 Kilometer nördlich von Berlin. Es war Teil eines Lagerkomplexes, zu dem neben dem Frauenlager ein Männerlager, Industriebetriebe, das Siemenslager und in unmittelbarer Nachbarschaft das KZ Uckermark für Mädchen und junge Frauen gehörten. Darüber hinaus existierte eine Vielzahl von Außenlagern. Man geht von rund 132.000 dort inhaftierten teilweise deutschen, überwiegend polnischen, russischen und französischen Frauen und Mädchen aus, darunter auch Jüdinnen, Sintezze und Romnja, von denen etwa 30.000 nicht überlebten.

Der Autor
Henning Fischer, geboren 1981 in Hamburg, studierte Geschichte in Berlin und Poznan/Polen. Er promovierte an der Humboldt-Universität bei Prof. Michael Wildt, einem der bekanntesten zeitgenössischen Historiker der Neueren und Neuesten Geschichte Deutschlands. Er war Stipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung, ist aktiv in der politischen Bildung und in antirassistischen Initiativen sowie Mitglied des „AutorInnenkollektivs Loukanikos“.

Das Buch: Henning Fischer: Überlebende als Akteurinnen. Die Frauen der Lagergemeinschaften Ravensbrück: Biografische Erfahrung und politisches Handeln, 1945 bis 1989. UVK Verlagsgesellschaft, ISBN 978-3-86764-772-4

 

Termin:      27. April 2018

Zeit:          19:30 Uhr

Ort:           Treffpunkt Petershausen, Georg-Elser-Platz 1, 78 467 Konstanz

Veranstalter:
seemoz e.V., Initiative Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz, VVN-BdA Kreisvereinigung Konstanz und UVK Verlagsgesellschaft

 

Eintritt:       frei

15.5., 20 Uhr

Theater Konstanz, Werkstatt

Eintritt: 10.- / 7.-

Bild grösser: anklicken

 

 

Ausschnitt aus einer Sendung der "Anstalt"

siehe auch den Dokumentarfilm "Ein Lied für Argyris"