Stolpersteine Konstanz

2013 September - Dezember

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Nächster Treff der Stolperstein-Initiative:
 

Dienstag,   15. Oktober 2013 20:00 Uhr

vhs Konstanz, Katzgasse 7
Raum 2.7


Veranstaltungen:

"Typisch Zigeuner? Mythos und Wirklichkeiten"

Eine Ausstellung des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Baden-Württemberg

07.09.2013, 17 Uhr
Ausstellungseröffnung
 
Einführung in die Ausstellung: David Weiss
RomoKher Mannheim (Haus für Kultur, Bildung und Anziziganismusforschung)

 

08.-26.09. 2013, Rathausgalerie
Mo - Fr. 8 -18 Uhr

 


So., 8. Sept. 2013, 11.00 - 12:30

Mo., 9. Sept. 2013, 09:00 - 12:30

Verlegung 19 weiterer Stolpersteine
in Konstanz und Kreuzlingen

Zeitplan HIER

08.09.2013, 20 Uhr:   "Gemeinsames Kennenlernen" der Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz" mit Angehörigen und Paten, Hofhalde 1, 78462 Konstanz (interne Veranstaltung)

09.09.2013, 13 Uhr        Ratssaal der Stadt Konstanz: Empfang der Angehörigen
durch Bürgermeister Dr. Andreas Osner


Mo. 9. Sept. 2013, 19:30 Uhr
Kulturzentrum Münster, Astoriasaal

Konstanzer Schüler stellen ihr Projekt vor:
"Erinnere Dich - vergiss es nicht"

im Rahmen dieses Projekts wurden im Laufe des letzten Schuljahres u.a. auch die Biographien von sieben jüdischen Opfern aus Konstanz recherchiert, für die heute Steine verlegt werden konnten.

Übergabe der Stolpersteine an die Stadt Konstanz

Dr. Arnulf Moser, Vortrag:
"Die Verfolgung von Sinti und Roma im Dritten Reich"

Der Vortrag des Historikers Dr. Arnulf Moser behandelt die Ausgrenzung der Gruppe der Sinti und Roma als Fremdrassige und Asoziale und die zwangs­weise Sesshaftmachung. Sinti und Roma wurden nach rassenpolitischen Kriterien erfasst und waren im Krieg von Deportation und Zwangssterili­sation bedroht. Verdeutlicht wird diese Entwicklung an Beispielen aus der Region. Einbezogen wird auch die langwierige Auseinandersetzung um eine Ent­schädigung in der Nachkriegszeit.


Do. 12.09.2013, 19:30 Uhr
 
Kulturzentrum am Münster, Wolkensteinsaal

Hugo Höllenreiner, Zeitzeuge:
"Ein Sinto-Kind in Auschwitz-Birkenau

Hugo Höllenreiner wurde 1933 in München geboren. Im Alter von neun Jahren wurde er mit seinen Eltern und Geschwistern sowie zahlreichen weiteren An­ge­hörigen in das "Zigeuner-Lager" nach Ausch­witz-Birkenau deportiert. Dort wurde er selber Opfer brutalster medizinischer Experimente. Nach einer weiteren Odysee durch die Konzentrationslager Ravensbrück, Mauthausen und Bergen-Belsen wurde er im April 1945 befreit.

Viele Jahre hat Hugo Höllenreiner über seine schreck­lichen Erlebnisse geschwiegen. Grund dafür waren auch Diffamierungen und die offene Ablehnung, der er als Sinto im Nachkriegs­deutschland weiterhin ausgesetzt war.

Erst Ende der 90er Jahre hat Hugo Höllenreiner begonnen seine Lebensgeschichte zu erzählen, die Anja Tuckermann in der Biografie "Denk nicht wir bleiben hier! - Die Lebensgeschichte des Sinto Hugo Höllenreiner" 2005 veröffentlichte.

 


So., 22.09.2014, 14:00
 
STOLPERSTEINFÜHRUNG

Treffpunkt: Gedenkstele in der Sigismundstraße, Ecke Bahnhofstraße

Anhand eines von der „Initiative Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz" entworfenen Stadtrundgangs werden Dietmar Messmer und Petra Quintini zu 39 exemplarischen Stolpersteinen in der Konstanzer Innenstadt führen. Dauer ca. 1,5 Stunden.


Do., 26.09.2013, 19:30 Uhr
Volkshochschule, Astoria-Saal

Jürgen Weber:

"Sündenbock" Roma in Osteuropa - Hatz auf eine Opfergruppe des Nationalsozialismus

Annähernd jeder Angehörige der Volksgruppe der Roma in Osteuropa und auf dem Balkan hat direkte Vorfahren in den Konzentrationslagern des Nazi-Regimes verloren. Zu den rund 500.000 Opfern der europäischen Sinti und Roma, die auf Erlass des Reichsführers SS, Heinrich Himmler, ab Dezember 1942 deportiert und ermordet wurden, kamen viele Zehntausende aus den heutigen Balkanstaaten.

Die aktuellen Berichte von Menschenrechtsorgani-sationen und des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR machen deutlich, dass dieser Opfergruppe des Nationalsozialismus im heutigen Europa nicht etwa besonderer Schutz zuteil wird, sondern dass Roma erneut in erschreckendem Maße ausgegrenzt, diskriminiert und verfolgt werden. Die stereotypen Merkmale, welche „den" Roma zugeschrieben werden, decken sich dabei häufig mit den im National-sozialismus geschürten Vorurteilen.

 

 

 

 

Der Konstanzer Journalist und Autor Jürgen Weber hat 2012 ein ungarisches Dorf besucht, welches zuvor durch Pogrome an der Roma-Bevölkerung über die Landesgrenzen hinaus Schlagzeilen machte. Seine Recherche in osteuropäischen Staaten hat er mit Gesprächen von in Deutschland lebenden Flüchtlingen vom Balkan ergänzt. An den Beispielen Ungarn und Serbien beschreibt er die Stimmung in Gesellschaft und Politik sowie die Diskriminierung der Roma und deren Fluchtgründe.

Jürgen Weber geht der Frage nach, wie es sein kann, dass die Enkel und Urenkel der in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma wieder einer insti-tutionellen und vielerorts aggressiven Diskrimi-nierung ausgesetzt sind und dass die Europäische Union diesen Teil ihrer Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend schützt und fördert.


Sa., 22.10.2013, 19:30 Uhr

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19.30 Uhr Mahnwache an der Gedenkstele in der Sigismundstraße, Ecke Bahnhofstr.

Am 22. Oktober 2013 jährt sich die Deportation der badischen und saarpfälzischen Juden zum 73. Mal. Am 22.10.1940 wurden auch 112 KonstanzerInnen im Alter von 3 bis 92 Jahren in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert. Viele Menschen kamen dort bereits in den ersten Monaten ums Leben, die meisten wurden ab Sommer 1942 in die Vernichtungslager im Osten deportiert und ermordet. Die Initiative Stolpersteine für Konstanz lädt zu einem Gedenken an die Opfer ein.


Sa., 9. November 2013, 18:00

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18.00 - 18.30 Uhr: Alle Stolpersteine

Auch in diesem Jahr beteiligt sich die Initiative Stolpersteine wieder an der bundesweiten Mahn­wache zur Pogromnacht. Bei dieser Mahnwache wird aller Opfer des nationalsozialistischen Regimes gedacht.

In der Zeit von 18.00 – 18.30 Uhr werden alle Stolpersteine in Konstanz geputzt, Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt. Während der Mahnwache kann man sich an den Verlegestellen über das Schicksal der Opfer informieren.

Damit dies an den 140 bisher verlegten Konstanzer Stolpersteinen organisatorisch bewerkstelligt werden kann, bittet die Initiative Stolpersteine auch in diesem Jahr wieder um die Mithilfe zahlreicher BürgerInnen.

Bitte beteiligen Sie sich 
für eine Viertelstunde 
oder eine halbe Stunde !


So., 10. November 2013, 11 Uhr
Volkshochschule, Astoriasaal

 

In Erinnerung an die Reichspogromnacht

Als die Synagogen brannten ...

Margot Dreifuss-Heim, Zeitzeugin:
"Eine Kindheit auf der Flucht"

Margot Dreifuss-Heim, 1930 in Konstanz als Margot HEIM geboren,  wuchs nur wenige Meter von der Schweizer Grenze auf. Ihr Vater hatte einen Betrieb in Kreuzlingen, hier ging er bis November 1938 täglich der Arbeit nach. Dennoch gelang es dem Familienvater nicht eine Aufenthaltsgenehmigung für die Schweiz zu bekommen, als die jüdische Familie in Deutschland immer größeren Gefahren ausgesetzt war. Als knapp Neunjährige konnte Margot im Februar 1939 mit einem Kindertransport in die Schweiz einreisen, doch dies sollte erst der Beginn einer Flucht sein, die sich über viele Jahre hinzog. Margot Dreifuss-Heim berichtet über ihre Kindheitserlebnisse auf der Flucht und die Geschichte ihrer Familie.


Di., 26. November 2013, 19:30
Volkshochschule, Astoria-Saal
 

"Unerhörter Mut. Eine Liebe in Zeiten des Rassenwahns."

Lesung Alfons Dür:
"Unerhörter Mut. Eine Liebe in Zeiten des Rassenwahns."

Ostern 1942 befreit der 22-jährige Deutsche Heinrich Heinen unter lebensgefährlichen Bedingun-gen seine jüdische Braut Edith Meyer aus dem Ghetto von Riga. Gemeinsam flüchten sie Richtung Schweiz, wo sie hoffen, eine Zukunft für ihre Liebe zu finden. In Konstanz versuchen sie erstmals, die Grenze zur Schweiz zu überschreiten, was aber nicht gelingt. Sie versuchen es später nochmals bei Feldkirch, wo ihre Flucht unmittelbar an der Grenze zur Schweiz endgültig scheitert. Heinen wird in Feld-kirch wegen Rassenschande verurteilt, versucht aber im Gefängnis ein zweites Mal, seine Braut zu retten und mit ihr in die Schweiz zu fliehen. Gemeinsam mit anderen Häftlingen durchforstet er Zelle für Zelle nach seiner Braut – vergeblich, denn sie befindet sich bereits auf dem Weg Richtung Auschwitz. Und auch Heinen und seine Mithäftlinge werden die rettende Schweiz nicht mehr erreichen.

Der frühere Präsident des Landesgerichtes Feldkirch Alfons Dür erzählt in seinem Buch „Unerhörter Mut. Eine Liebe in der Zeit des Rassenwahns" an Hand von Originaldokumenten und Bildzeugnissen die  berührende und erschütternde Geschichte dieses Liebespaares.